Der Tag fing gut an, denn es war trocken und noch immer recht warm. Der Zug nach Düren war pünktlich, was ja auch keine Selbstverständlichkeit ist. Und auch die Kollegin war pünktlich am Dürener Bahnhof, wer hätte anderes erwartet. Und, was mir nach der zweiten Fahrt in der Rurtalbahn auch schon üblich erscheint, die Sitze dort waren wieder eiskalt. Sollte ich im Winter noch einmal mit dieser Bahn fahren, bringe ich mir ein Thermo-Sitzkissen mit.
Während der Fahrt mit der Rurtalbahn nieselte es ein wenig, aber schon bei der Ankunft in Abenden hatte sich der leichte Regen schon wieder verzogen. Zuächst ging es ein kruzes Stück auf der der anderen Rurseite den Fluß entlang, nachdem wir den Ort verlassen hatten. Aber schon bald bog von diesem Hauptweg ein kleiner Pfad nach rechts ab, den man leicht übersehen konnte und den wir auch übersehen hatten. Aber ein Blick aufs GPS-Gerät brachte uns schnell wieder zum richtigen Abzweig zurück. Wir bogen auf den steil ansteigenden Pfad und wünschten uns schon bald das nicht vorhandene Geländer an diesem Saumpfad herbei. Einen Blick zur Seite in die Tiefe unterließen wir lieber, sonst wären wir vermutlich schneller wieder im Tal gelandet, als uns lieb war. Es gab da nichts zum festhalten, und der trockene, geröllige Pfad verlangte nach guten Schuhen und vielleicht auch nach einem Wanderstock. Wir waren jedenfalls froh, als wir das zum Glück nicht allzu lange Stück hinter uns lassen konnten. Der Weg wurde ein wenig breiter und wand sich in Serpentinen den Hang hinauf bis zu einigen großen Sandstein-Felsen.
An dieser Stelle bogen wir, verführt von einem ortskundigen Spaziergänger aus der Gegend, leider in die falsche Richtung ab. Dies war aber nicht so schlimm, da wir schon nahe an Nideggen, etwas unterhalb des Ortes, waren. Richtig abgebogen war an eben dieser Stelle eine andere Wandergruppe, die wir schon in der Rurtalbahn gesehen hatten, und die uns noch einige Male begegnete. Meistens machten sie bei den Begegnungen gerade wieder eine Rast, überholten uns aber immer wieder, weil wir einige Male falsch abgebogen waren.
In Nideggen angekommen, besichtigten wir natürlich erst einmal die Burg. Viele Jahre war ich nicht mehr in Nideggen gewesen und hatte die Burg auch völlig anders in Erinnerung gehabt. So sehr viel gab es dort auch nicht zu sehen, nur der Blick ins Rurtal ist ziemlich eindrucksvoll. Der Ort hielt, speziell für mich, jedoch noch zwei weitere Sehenswürdigkeiten bereit: Zwei Kaugummi-Automaten! Ich bin nämlich ständig auf der Suche nach den letzten noch lebenden Kaugummi-Automaten. Viele gibt es nicht mehr, es ist eine aussterbende Rasse. Jedoch auf dem Lande findet man noch einige Exemplare.
Der Ort Nideggen ist ein sehr malerisches Örtchen mit vielen Fachwerkhäusern, kleinen Geschäften und Restaurants und Cafés. Allzu lange hielten wir uns dort allerdings nicht auf, sondern setzten unsere Wanderun fort. Es ging dann zunächst durch den sogenannten Felsenrundgang, den im Wald verstreuten großen Felsen von Nideggen. Diesen Teil der Strecke fand ich besonders schön, zwischdurch gab es auch immer einmal einen tollen Blick ins offene Rurtal. Wir bewegten uns eine längere Strecke an den Felsen vorbei oder auch mittendurch. So ging es stetig bergab, bis wir wieder auf Höhe der Rur bei Zerkall ankamen. Immer in der Nähe der Rur und der Rurtalbahn, ging es nun meist durch offenes Gelände wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt Abenden.
Ich empfand es als besser, die Wanderung im Tal zu geginnen und den Aufstieg nach Nideggen zu Beginn der Wanderung zu haben. So ist man noch ausgeruht, wenn der anstrengenste Teil der Strecke gleich zu Beginn erledigt wird. Der Autor hingegen beginnt die Wanderung oben in Nideggen. Jeder möge für sich entscheiden, was ihm mehr liegt.
In jedem Fall eine empfehlenswerte Wanderung, die einen die Existenz von “echten” Bergen vergessen läßt.