“Aus dem Heugnetal über die Bilisee in das Tal der Statte”
Bei dieser Wanderung war ich zur falschen Zeit am richtigen Ort. Die falsche Zeit meint in diesem Fall die Witterungsverhältnisse, unter denen die Wanderung stattfand. Die alte Bauernregel: “Geh mit den Eilendorfern, und Regen wird zu Sonnenschein” wurde diesmal aufs Gründlichste Lügen gestraft. Alles war dabei von Regen über Sturmböen bis Graupelschauer und Schneefall. Und im Gegensatz zu der ganzen Woche zuvor waren auch die Temperaturen nicht frühlingshaft, sondern eher ungemütlich kühl.
Die Wanderung an sich war eine wunderschöne Strecke, nur nicht unbedingt zu dieser Jahreszeit. Es ging durchs Hohe Venn, ausgehend von Baraque Miche. Zunächst führte der Weg über die im Venn üblichen Holzstege, die in einem sehr guten Zustand waren. Allerdings war es darauf durch den Dauerregen etwas rutschig, noch verstärkt durch die starken Windböen, die über die freie Fläche fegten. Wir mußten ziemlich konzentriert auf die eigenen Füße schauen, um nicht vom Steg seitlich in den Morast heruntergetrieben zu werden. Keine unserer Wanderungen ist bislang so still und sprachlos verlaufen wie zu Beginn von dieser Tour. Selbst den Blick ins landschaftlich wunderschöne Venn verbiß man sich lieber. Danach ging es runter ins Bachbett des Heugnebachs, ein weiterer Abschnitt der Wanderung, der im Sommer sicherlich ein einmaliges Erlebnis gewesen wäre. Auch jetzt war der Abschnitt ein einmaliges Erlebnis, allerdings nur, weil man weiterhin bei jedem seiner Schritte äußerste Vorsicht walten lassen mußte. Der Weg am Bachbett entlang führte über felsigen Grund, der recht rutschig war, wir mußten also ständig aufpassen, wo wir hintraten. Es ist ein wild zerklüftetes Bachbett, der Blick auf die Schönheit des Geländes wurde uns durch die Umstände aber arg verleidet. Und mit jedem Meter Weg wurde meine Hose noch ein wenig nasser, bis ich nur noch einen kalten, nassen Lappen um die Beine schlabbern hatte.
Ich werde versuchen, diese oder eine ähnliche Route im Sommer noch einmal zu gehen. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings, nach stärkeren Regenfällen, ist die Strecke mit Vorsicht zu genießen. Wie jede der Wanderungen der “Eilendorfer Wanderfreunde” handelte es sich um eine Streckenwanderung, ich weiß nicht, ob sich daraus eine Rundwanderung mit landschaftlich ähnlich großem Abwechslungsreichtum vorbereiten läßt. Ansonsten muß man mit zwei PKW, einem beim Start, einem am Zielpunkt, planen.

19.3.2007 bei 22:42
Wer geht denn auch bei so einem Wetter ?
Wohl nur Hardcore-Wanderer aus Eilendorf
19.3.2007 bei 23:33
…und eine ausgewählte Schar von Verrückten aus Brand. Aber wenn man bald in die Sonne fliegt, kann man sich ruhig mal den Hardcore-Eilendorfern anschließen.
21.3.2007 bei 23:15
Was für eine Sonne ? In Nordspanien liegen momentan 50cm Schnee und im Süden ist man schon bei 15 Grad Tagestemperatur ein König. Aber was nicht ist, kann ja noch werden !
5.4.2007 bei 10:18
Hallo Joma,
in meinem Vennführer von Walfried Mathée steht diese Wanderung auch drin - und zwar mit der Bemerkung “Gummistiefel erforderlich”. War das auch Deine Erfahrung - mal abgesehen von den unsäglichen Wetterverhältnissen? Das würde bedeuten, dass man entweder bis zur Benutzung die Gummistiefel mit sich rumschleppt oder ca. 18 km in selbigen wandert, was ja wohl nicht gut möglich ist.
Sollte das wirklich so sein, muß ich diesen Weg wohl leider von meiner Wunschliste streichen.
16.4.2007 bei 04:45
Hallo Corinne,
nein, das mit den Gummistiefeln ist nicht unbedingt meine Erfahrung. Ab und an war es natürlich etwas matschig, aber mit etwas höheren Wanderschuhen kommt man gut zurecht und auf dem glitschigen Gestein der Bachläufe sicher auch besser zurecht. Ich persönlich könnte mir ein Wandern in Gummistiefeln sowieso kaum vorstellen.
Schönen Gruß, JOMA