Archive für 23.4.2007

Am Siebengebirge

Und dann mal wieder eine Wanderung  bei  strahlendem Sonnenschein. Nachdem ich mich in Spanien zwei Wochen der Sonne erfolgreich entzogen  hatte,  mußte mal wieder eine Gutwetter-Wanderung her. Entfernungsmäßig hatten wir uns diesmal  weit aus unserem Revier gewagt. Mich zog es  an den Rhein, immer schon einmal hatte ich im  Siebengebirge und dieser Gegend wandern gehen wollen. Leider hatte ich selber keine passende Rouute an der Hand,  aber zufällig war  die letzte Strecke von “Wandersmann” auf http://wander.blog.de eine Strecke, die genau meinen Vorstellungen entsprach.  Glücklicherweise  hatte auch meine Kollegin Nicole  recht kurzfristig trotz der zweistündigen Bahnfahrt zum Startpunkt  der Wanderung in Unkel Lust dazu,  mitzukommen. Wir hatten keinen Wanderführer mit der kompletten Wegbeschreibung,  nur  einen Screenshot einer Karte mit dem Wegverlauf und die Wanderbeschreibung von Wandersmann.  Die Wanderskizze konnte ich allerdings gut  für meinen GPS-Empänger umarbeiten. Das reichte, um diese schöne Wanderung nachgehen zu können. Der  Einstieg zur Wanderung vom Bahnhof Unkel war schnell gefunden, es ging zunächst zwischen schönen Fachwerkhäusern hindurch, dann verließen wir Unkel, der Weg führte steil bergauf und verlangte uns gleich einigen Schweiß ab. Auf der gesamten Strecke begegneten wir so einigen Wanderern,  was wohl daran lag, dass wir uns über eine längere Sttrecke auf dem “Rheinsteig “,  einer der aktuellen In-Wanderwege befanden.

Eine nähere Beschreibung der  Strecke kann ich mir sparen,  dafür konsultiert man lieber hier die Beschreibung von Wandersmann.  Es war in jedem Fall eine sehr empfehlenswerte Wanderung, vom landschaftlichen her genauso wie vom Wetter her.  Der Rückweg der Wanderung führte  direkt am Rhein entlang  bis Unkel, leider über einen asphaltierten Rad-/Fußweg.  Beim Fotografieren  einer  uns unbekannten Burg oberhalb des Rheinufers klärte uns eine  “Das goldene Blatt”-informierte Rollstuhlfahrerin darüber auf, dass diese Burg dem Thomas Gottschalk gehören würde.  Gut, dass ich das jetzt weiß.  Davon abgesehen  war es aber eine sehr schöne Wanderung, und ich denke, dass  das nicht meine letzte Wanderung an Rhein oder Mosel gewesen sein wird.  Aber erstmal wird es bei der nächsten Wanderung ins Wildfreigehege Hellenthal bei Schleiden gehen. 

 

In Spanien

die folgende Wanderung ist zwar schon über eine Woche her, sollte aber dennoch nicht unerwähnt bleiben.  Es war die einzige größere Wanderung, die ich in meinem vergangenen Urlaub an der Costa Blanca gemacht habe.  Es war wieder einmal einer dieser trüben, wolkenverhangenen Tage, von denen wir  über zwei Wochen hinweg verwöhnt wurden, während in Deutschland das schönste Sonnenwetter war.  Ein Tag wie geschaffen für eine Wanderung.  Harry hatte eine schöne Route mit Schwierigkeitsgrad “Mittel” aus dem Rother Wanderführer Costa Blanca herausgesucht, und so machten wir uns mit dem Auto von Moraira auf ins Gebirge „Valle de Laguart“.  Bei Nieselregen ging es schon los,  zumindest Harry hatte eine Regenhose mit, die seiner um einiges kleineren Frau.  Dementsprechend eng saß das Teil auch, von hinten hatte er etwas von dem Zwerg in “Wenn die Gondeln Trauer tragen”.

Die Landschaft um uns herum wirkte bei dem diesigen Wetter schon recht eindrucksvoll, wir kamen kurz nach dem Start schon an einen Abstieg, der ziemlich tief in ein Flußtal hinunterführte. Dieser Abstieg war kein ganz normaler Fußweg, sondern es ging über den mozarabischen Weg, uralte Steinstufen, hinab. Es war insofern etwas beschwerlich, da die Stufen nicht in einer gesunden Schrittlänge hinunter führten. Für einen Schritt war es zu lang, für zwei normale Schritte zu kurz. Und es ging weit über die Stufen ins Tal. Wir passierten einen Wasserfall, der über viele Meter ins Tal stürzte. Harry, Monika und Simon, mit denen ich nach Spanien gereist war und die schon einmal an dieser Stelle gewesen waren, bemerkten,  dass der Wasserfall viel mehr Wasser als beim letzten Besuch führte. Die starken Regenfälle der Vorwochen hatten die Wasserfälle stark anschwellen lassen.  Meine Kamera hatte ich sehr bald weggepackt, da sie bei dem Nieselregen doch zu naß wurde. Das Fotografieren hätte sich ansonsten aber gelohnt.  Zum Glück haben Monika und Harry einige Fotos mehr gemacht.  Die Strecke war eigentlich sehr schön, nicht jedoch bei diesem Wetter.  Und nach dem Abstieg folgte natürlich  wieder der Aufstieg.

Und der war weniger spaßig. Nicht mehr über sichere Stufen, sondern über glitschig-nasse, zwei Fuß breite Pfade, die sich in Serpentinen auf der gegenüberliegenden Seite des Tals nicht gerade vertrauenserweckend den Berg hochwanden. Ein falscher Tritt,  und man wäre böse  einige Meter tiefer in den Abgrund gerutscht.  Dies war offensichtlich auch schon einmal einem Wanderer so passiert,  man konnte die Stelle gut erkennen, wo auch der schmale Pfad  in die Tiefe weggebrochen war.  Mir war jedenfalls die ganze Strecke über nicht gerade sehr wohl zumute, ich war froh, mir einige Tage zuvor einen Wanderstock gekauft zu haben,  der mir zumindest ein wenig Sicherheit gab.  Vom Weg sehen  tat ich recht wenig, zum einen, weil es um mein Augenlicht nicht zum Besten bestellt ist, zum anderen, weil wegen des Regens die Brille permanent beschlagen waqr.  Es war ein ziemlicher Blindflug, auf dem ich dankbar darüber war, dass die vor oder hinter mir gehende Monika  mir immer anzeigte, wenn gerade wieder eine gefährliche Stelle vor mir lag.

edenfalls waren wir alle Vier froh, als wir nach 4 1/2 Stunden wieder am Auto ankamen. Wenn auch wie begossene Pudel. Wir waren alle sowas von durchnäßt.  Jeder Fetzen Stoff, den wir am Körper runterhängen hatten,  triefte vor Nässe. Das Auto wurde zum Feuchtbiotop. Außerdem fuhren wir durch eine geschlossene Wolkendecke abwärts zurück ins Flachland. Diese Nebelfahrt ließ die Stimmung nicht unbedingt besser werden. Zuhause dann warfen wir die in Spanien recht spartanisch gehaltenen “Heiz-Generatoren” an,  die uns dann minutenlang ein wenig Wärme spendeten,  ehe die Sicherungen des maroden Stromnetzes wieder rausflogen. Ein Umstand, an den wir uns längst gewöhnt hatten. 

Das war unsere Spanien-Wanderung, die uns noch einige Tage insofern begleitete, dass wir unsere nicht trocknen wollende Wäsche auf drei Wäscheständern innerhalb der Wohnung betrachten durften. Aber ansonsten, eine schöne Wanderung. Schwierigkeitsgrad “Mittel”. Wie mochten die schwierigen Wanderungen wohl aussehen?

 

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