Komp-56

 Urft, Steinfeld und so weiter
Das Wetter entwickelte sich prächtig. Nachdem wir bei bewölktem Himmel ehr mit Regen rechnen durften, riß am Freitag Nachmittag der Himmel auf und die Sonne schien. Der bis dahin getragene Pullover wurde jetzt eher lästig. So war die Wanderung vom Wetter her schon ein Erfolg.

Doch auch die Strecke war sehr schön. Wir starteten am Bahnhof in Urft und hatten zunächst eine größere Steigung bis Steinfeld vor uns. Allerdings war diese Steigung nicht so schlimm, wie die Beschreibung im Kompass-Wanderführer glauben machen wollte. Auf diesem ersten Teilstück sah mal allerdings schon Spuren des sturms, der auch in diesen Wäldern eine Woche zuvor gewütet haben mußte. In Steinfeld angekommen, war der Besuch in der Kloster-Basilika natürlich Pflicht. Steinfeld ist eigentlich auch nicht viel mehr als das Kloster Steinfeld, in dem auch eine Internats-Schule untergebracht ist. Die Basilika glänzt mit viel barockem, vergoldetem Zierat und einer prächtigen, vor nicht allzulanger Zeit restaurierten Pfeifenorgel. Wer mehr über Steinfeld wissen möchte, sollte das Internet befragen. Bald war auch die Pension gefunden, in der ich in meiner Kindheit mit meinen Tanten gastiert hatte.Sogar das Zimmer, in dem ich damals geschlafen habe, stach mir wieder ins Auge. Dann hörte es aber auch bald schon auf mit meinen Erinnerungen. Nur die unmittelbare Umgebung um Kloster und Pension waren mir noch im Gedächtnis geblieben, 200 Meter weiter entfernt war es mit den Erinnerungen zu Ende.


Die Predigt-Kanzel im Kloster Steinfeld

Im angrenzenden Wald versperrten uns noch einige Male umgestürzte Bäume den Weg, doch unser Scout, nennen wir ihn einmal Mister M., fand jedes Mal einen sicheren Weg, um diese Hindernisse zu umgehen. Danke, Mister M.! Weiter ging es talwärts bis auf die Höhe des Baches Urft, teils durch Wald, teils durch Wiesen. Danach folge wieder ein kleinerer Aufstieg in den ganz schönen Ort Marmagen. Das letzte Stück bis Marmagen hoch ging über Landstraße, allerdings sicher auf einem Bürgersteig. In Marmagen fanden wir dann eine ruhige Stellefür unsere Mittagspause, in der wir uns neben dem im Rucksack mitgebrachten Essen noch ein schönes Stück Hefe-Kirschstreusel schmecken ließen, das Kathi in einer Marmagener Bäckerei gekauft hatte. Die Bäckerin, die uns fragte, wie weit wir denn noch gehen wollten bzw. gehen müßten, gestand, dass sie, obwohl schon viele Jahre dort wohnend, erst ein Jahr zuvor mitbekommen habe, was es für schöne Fußwege in der Gegend gebe. Zuvor hatte sie ihre Gegend anscheinend nur mit dem Auto kennengelernt.


Durch die Wiesen im Urfttal

Von Marmagen aus ging es dann weiter nach Nettersheim. Sehenswert auf halber Strecke zwischen den beiden Orten war eine alte römische Tempelanlage, von der die Grundmauern restauriert worden waren. Wenn ich es richtig im Kopf habe, wurden dort als Göttinnen die Matronen verehrt, ich müßte jetzt nachgucken, um sicher zu sein. Auch in Nettersheim kann man Spuren der Römer finden, denn etwa hier begann eine römische Wasserleitung, die das gute Wasser mehrer Eifelbäche von hier bis Köln transportiert hatte. Viel war an dieser Stelle von der Wasserleitung nicht mehr zu sehen, nur ein kurzes Fragment von etwa zwei Metern ist vor einem naturkundlichen Museum aufgebaut. Zwar haben wir jetzt nicht so sehr viel von der Wasserleitung gesehen, aber es gibt noch viele weitere Reststücke der Römerleitung auf dem sogenannten Römerkanal-Wanderweg zu finden. Für uns ging es dann von Nettersheim wieder zurück Richtung Urft, unserem Ausgangsort. Vor der Heimfahrt liessen wir uns hier noch ein Bier schmecken, und das perlte so richtig.


Dieser Ausweichempfehlung von Max (Mister M.) wollten wir dann doch nicht fogen

Alles in allem ene sehr schöne, nicht allzu anstrengend Wanderung, wenn einem 18 Kilometer nicht zuviel sind.

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