Diesmal wird mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Eigentlich hatte ich morgen die Tour Nr. 53 aus dem Kompass-Wannderführer machen wollen, von Schleiden nach Hellenthal. Hellenthal, ein bekanntest Wildfreigehege, das u.a. für seine Greifvogel-Vorführungen bekannt ist Doch der Wetterbericht verspricht wirklich nichts Gutes, und am letzten Wochenende hatte in Schleiden wieder ein Tornado zugeschlagen, wobei mehrere Hausdächer zu Bruch gegangen waren. So schlimm wird es wohl morgen nicht werden, aber wandern um jeden Preis muß auch nicht unbedingt sein.
Ich hatte mich schon auf die Greivögel-Schau gefreut, da ich vor einigen Monaten eine Fernsehdokumentation darüber gesehen hatte. Denn Hellenthal ist wohl “glücklicher” Besitzer eines Condors. Ein Riesen-Vogel, der zur Attraktion der Schau werden sollte. Die Sache hatte nur einen Haken: Der Vogel wollte nicht fliegen. Das einzige, wobei er den Bodenkontakt für Sekundenbruchteile aufs Spiel sezte, war, wenn er vom Erdboden auf seinen Sitz-Pfahl hüpfte, wenn da ein gutes Stück Fleisch auf ihn wartete. Das ging so über Monate, die Betreiber wußten sich keinen Rat mehr, wie sie ihr Prachtstück zum fliegen bringen sollten. Die Ideen wurden immer verrückter: Einmal nahmen sie den Kondor mit auf die Staumauer der nahegelegenen Oleftalsperre ( Ich glaube, es war diese Talsperre) und warfen ihn kurzerhand von der Mauer hinunter. Keine Chance für ihn, vorzeitig zu landen. Und siehe da, er segelte, wie ein Greifvogel segeln kann! Und im Tal angekommen, ließ er sich oben in einem Baumwipfel nieder. Da saß er nun. Dort oben fühlte er sich wohl und ließ sich so bald nicht mehr herunterlocken. Er konnte erst Stunden später wieder eingesammelt werden. Und das war es dann. Er hatte seine Schuldigkeit getan und man wußte jetzt, dass er fliegen konnte. Das sollte ihnen doch reichen. Die Monate vergingen wieder. Da dachten sich die Hellenthaler wieder was Neues aus: Diesmal charterten sie einen Heißluftballon und fuhren mit Kondor in den Himmmel auf . Von dort oben wurde er kurzerhand abgeworfen und mußte sich erneut beweisen, was er dann wohl auch tat.
Meines Wissens hat er mittlerweile erfolgreich in die Vogel-Schu integriertt werden können. Nun, diesen Prachtvogel hätte ich jetzt gerne einmal persönlich kennengelernt, aber das wird mir dann morgen wohl verwehrt bleiben. Aber es kommen ja auch wieder bessere Tage.