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9.7.2007 von joma.
Es soll einfach nicht sein. El Condor Passa immer noch und ich komme ihm nicht näher. Ich meine den Riesenvogel im Wildfreigehege Hellenthal, wohin schon eine Weile eine meiner Wanderung führen soll. Doch bislang ist immer noch etwas dazwischen gekommen. Auch diesmal mussten meine Kollegin und ich diese Wanderung vom Wetter abhängig machen. Die Vorhersagen für den Samstag waren gut, angeblich sollte es der schönste Tag der Woche werden. Doch der Morgen verhieß nichts Gutes, und nach einer Woche starken Regenwetters sah es schlecht um eine Bekanntschaft mit dem Condor aus. Also trat Plan B in Kraft, unser Notfallplan für den Fall der Fälle. Aber auch das war keineswegs eine Notlösung., sondern ein Paradeeinsatz für GPS-Geräte: Geocaching.
Dieser Begriff sollte mittlerweile bekannt sein, es handelt sich um eine Art Schnitzeljagd, bei der man durch sein GPS -Gerät zu verschiedenen Stationen auf einer kleineren Wanderung geführt wird. Dort muß man meist ein kleines Rätsel lösen, bis man zur nächsten Station geleitet wird, die durch das Errechnen von GPS-Koordinaten, die sich aus der Lösung des Rätsels ergeben. Oft erfährt man auf seiner Tour einiges an Heimatkundlichem. Das Ziel der Tour, die letzte erreichte Station, führt einen zu einem “Schatz”, dem sogenannten Geocache. Dieser ist irgendwo im Umkreis von wenigen Metern um die Ziel-Koordinaten versteckt. Vielleicht unter einem Stein oder in einem hohlen Baum, das variiert von Cache zu Cache. Versteckt ist der kleine Schatz meist in einer Tupper-Dose, enthält ein Logbuch, in das man sich als Finder einträgt, und allerlei nützlichen oder überflüssigen Kleinigkeiten, von denen man sich etwas aus der Dose nehmen darf, dann aber auch wieder etwas Eigenes hineinlegt. Und dann wird die Dose wieder an genau derselben Stelle versteckt. Diese Schätze ruhen über Jahre an derselben Stelle, alle, die an diesem schönen Hobby teilhaben, können den Schatz finden. Und es gibt viele dieser Schätze, die alle im Internet auf einer (fast) offiziellen Webseite vermerkt sind. Die Schätze sind über die ganze Welt verteilt und schlummern dort, bis sie wieder jemand gefunden und wieder an seinem Platz versteckt hat.
Ich habe bislang nur so ca. 10 Caches gefunden, manche Geocacher haben schon weit 100 bis 200 Caches gefunden. Und es gibt wirklich überall welche. Da meine Kollegin noch nie so eine Schatzsuche gemacht hatte, hatte ich einen passenden in der Nähe ihres Wohnorts ausgesucht mit Namen “Der Schatz von Loch Echtz”". Der Echtzer See ist ein Badesee in der Nähe von Langerwehe. Die Suche nach dem Cache haben wir dann noch mit einer Wanderung in der Gegend verbunden, die uns unter anderem an das Schloss Merode führte, einem schönen Wasserschlossss, das in 2002 leider von einem Brand heimgesucht wurde, mittlerweile aber zu großen Teilen wiederhergestellt ist Unser Weg begann bei meiner Kollegin zuhause, von wo aus wir an vielen Stellen vorbeikamen, an denen sie einige Kindheitserinnerungen zum Besten geben konnte. Dann ging es aber auch gleich zum Start der Geocache-Runde. Jahreszahlen, die auf Schildern zu suchen waren und diverse zu findende Namen auf irgendwelchen Objekten, aus denen irgendwelche Zahlenwerte abzuleiten waren und zur Errechnung der nächsten GPS-Koordinaten führten, brachten uns von Station zu Station näher ans Ziel. Meine Kollegin wurde natürlich aufgeregter, je näher wir ans Ziel kamen. Dieses Gefühl kannte ich von meinem ersten Geocache auch, den ich auf einem Urlaub in Sachsen zusammen mit meiner Schwester gesucht hatte. Auf dem GPS-Empfänger sieht man immer die Entfernung, die man noch bis zum Schatz gehen muss. Und am Ende werden die Schritte immer schneller und man starrt nur noch auf das GPS-Gerät. Doch Vorsicht! Ein Blick auf den Weg ist manchmal auch nicht schlecht, sonst liegt man da.

In den Feldern um Geich
Am Ende war es dann geschafft. Wir hatten alles richtig gemacht und kamen wirklich dort an, wo uns der Hüter des Schatzes hatte haben wollen. Noch ein prüfender Blick in die Runde, ob einen kein “Muggel” beobachtet hatte. Muggel sind bei den Geocachern die “normalen Menschen”, die keine Geocacher sind und die natürlich auch nicht sehen sollen, was da für geheimnisvolle Sachen direkt vor ihrer Nase passieren. Als Geocacher muss man darauf achten, dass der Cache nicht von Unbeteiligten entdeckt wird und eventuell von diesen zerstört oder entfernt wird. Deshalb sind die Verstecke auch meistens an Stellen, die möglichst aus der Entfernung nicht einsehbar sind. Wir konnten jedenfalls den Schatz nach kurzer Suche erfolgreich heben, einen Schlüsselanhänger hineinlegen, einen anderen hinausnehmen, meine Kollegin trug sich ins Logbuch ein und nach verbergen des Caches zogen wir weiter.

Braunkohlekraftwerk Weisweiler
Danach ging es dann zu den zwei Hauptsehenswürdigkeiten unserer kleiner Wanderung: Dem Schloss Merode und einem Kaugummi-Automaten, den meine Kollegin einige Wochen vorher in einem Ort in der Nähe entdeckt hatte. Die Gegend, in der wir uns bewegten, ist nicht unbedingt Wanderer-freundlich, sondern flaches, landwirtschaftlich genutztes Land mit vielen asphaltierten Wirtschaftswegen. Es gibt zwar auch den Meroder Wald in der Nähe, aber durch den führte unser Weg gestern leider nicht. Mit qualmenden Füßen kamen wir am Schloss Merode an. Wir bewunderten das schöne Schloss leider nur aus einer gebührenden Distanz, denn im Innenhof des Wasserschlosses wurden gerade Hochzeitsfotos gemacht, es war ja der 7.7.2007. Schade, ich hätte gerne mehr gesehen, denn auch ansonsten konnte man sich leider nur von einer Seite dem Gebäude nähern, die anderen Seiten blieben durch dichten Baum- und Strauchbestand unseren Augen leider verborgen. Unter der Musik eines Spielmannszuges entfernten wir uns wieder vom Schloss Merode und begaben uns zu unserer letzten Station, dem Kaugummi-Automaten. Beim Fotografieren desselben bekam ich musikalische Untermalung durch einen weiteren Spielmannszug, der in einem anderen Ort gerade irgendein Ereignis begleitete, laut meiner Kollegin die Hochzeit einer ihr bekannten Persönlichkeit aus dem Nachbarort. Dann waren wir aber auch bald am Ende unserer Tour, noch eine kurze Visite auf dem Dorfplatz und dem Ortsfußballfeld, dann war eine schöne Wanderung wieder zu Ende gegangen. Und… den Notfallplan hätten wir nicht gebraucht, das Wetter hatte sich schon am Morgen viel besser entwickelt als erwartet. Nun ja, in zwei Wochen wollen wir es erneut versuchen, nach Hellenthal vorzudringen.
Die “offizielle” Geocching-Seite:
http://www.geocaching.com
Und noch der Link zu einer deutschsprachigen Seite, die sich mit dem Thema Geocaching beschäftigt:
http://geocaching.de
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