Archive für 22.7.2007

Gefangen am Schlangenberg

Der Wald griff mit seinen Fingern nach uns und wollte uns nicht mehr freigeben, doch am Ende konnten wir ihm doch noch entkommen. Wir, das sind diesmal ein alter Klassenkamerad von mir und ich. Schon bei einem Klassentreffen vor etwas über einem Jahr hatten wir beschlossen, einmal miteinander wandern zu gehen. Diese Abmachung hatten wir nie erfüllt, aber beim letzten Klassentreffen in diesem Jahr noch einmal beschworen. Er muß sowieso täglich mit seinem Hund, einem betagten Border-Collie, eine größere Runde drehen und wollte auch einmal Strecken gehen, die nicht nur direkt vor seiner Haustür liegen und die er schon jahrelang geht.

Jedenfalls haben wir es gestern endlich einmal geschafft, uns zu einer Wanderung zu treffen. Es war ein Wandertipp aus unserer Tageszeitung gewesen, nicht zu lang und nicht zu kurz. Wir hatten uns für den Wandervorschlag Nr. 159, “Hasenberg, Wingertsberg und Schlangenberg” von den AN/AZ Wandervorschlägen, die ich auf meiner Wbseite auch für GPS aufbereitet habe, entschieden. Das Wetter an diesem Samstag war ideal, um 10 Uhr holte Andreas mich zuhause ab und 20 Mniuten später waren wir hinter Breinig schon auf der Piste.Die Wanderbeschreibung war einigermaßen richtig, es waren wenige Stellen darin, bei denen es zu Mißverständnissen kam. Einige Fragezeichen tauchten zwar schon auf, aber das ist ziemlich normal. Man zeige mir eine Beschreibung, bei der von vorne bi hinten alles richtig ist. Allerdings wich die Wanderskizze von dem ab, was wir in der Realität vorfanden. An einer Stelle nimmt der Weg einen etwas anderen Verlauf, als die Skizze einem vorgibt. Allerdings war es der einzig vorhandene Weg, so dass wir nicht falsch laufen konnten. Nur beim Verglich der Karte mit der angezeigten GPS-Position sah man die Abweichungen. Dies hatte mir allerdings auch schon einmal im Blog jemand geschrieben, der die Strecke schon gegangen war. Ansonsten ab es wenig Probleme. Wenn da nicht…

…der Schlangenberg noch gekommen wäre. Laut des Wandervorschlags mußten wir in einen Weg einbiegen, der durch rot-weißes Flatterband abgesperrt war. Wir sahan auch gleich, weshalb. Denn dahinter lagen schon einige Fichten quer über den Weg. Kyrill. Ich brauche wohl nicht mehr zu sagen. An dieser Stelle des Waldes hatte man bisher noch nicht aufräumen können, nur die Hauptwege waren offensichtlich fei. Aber nicht unser Weg. Nun ja, aber wir konnten ja um die umgestürzten Bäume drumherum, dahinter sah man jja den Weg wieder. So gingen wir weiter. Weit kamen wir nicht, dann lagen dort die nächsten Baumstämme, unter denen wir hindurchklettern konnten. Ich muß sagen, es sah schon ziemlich verheerend aus. Wir kämpften uns weiter. Andreas wollte sowieso partout nicht aufgeben, sein Ehrgeiz war geweckt und so leicht wollte er sich nicht besiegen lassen. Ich schon. Denn eine Hürde nach der nächsten türmte sich auf und wir konnten es leichter haben. Zuletzt hingen wir auch ziemlich fest, sahen keine Chance, noch weiter vorzudringen. Vermutlich war das rot-weiße Flatterband zu Recht gespannt. Zu guter Letzt gaben wir dann klein bei und gingen wirder dahin zurück, wo wir die Kletterei begonnen hatten. Der Hauptweg führte uns natürlich ebenso gut ans Ziel, er lief eigentlich parallel zu unserer Original-Strecke. Aber es war eben nicht das Original! Insgesamt war es sowieso noch nur 1 Kilometer bis zum Ziel, und heil waren wir dem Schlangenberg wieder entkommen. Ohne das Galmei-Veilchen gesehen zu haben, einer seltenen Pflanze, die in diesem Naturschutzgebiet heimisch ist.

Die Wanderung und das Treffen mit meinem Klassenkameraden waren jedenfalls sehr schön und wir haben uns schon entschlossen, es zu wiederholen. Wenn wir mal wieder irgendwann einen gemeinsamen Termin finden.

 

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