Roetgen - Raeren, entlang des Weserbachs

Am Samstag gab es seit längerer Zeit noch einmal eine Wanderung alleine in völlig unbekanntem Terrain.  Zunächst hatte ich vor,  eine Rundwanderung ausgehend von dem  bei Touristen sehr beliebten Eifelstädtchen Monschau zu machen. Dorthin führt direkt vor meinem Haus eine direkte Busverbindung. Doch dann stieß ich am Freitag im Internet auf eine interessante Wanderseite aus derselben Region:
 
            Der Eifelsteig: http://www.Eifelsteig.de
 
Neben allerlei interessanten Informationen über diesen neu konzipierten und länderübergreifend ausgeschilderten Wanderweg fand ich dort eine Auswahl interessanter Tagestouren, die zum Teil auch für mich per Bus  gut zu erreichen sind.  Wie ich dann feststellte,  liegen mir dieselben Touren auch in einer kostenlosen Broschüre vor, die  mir Freunde einmal von der Tourist-Information in Eupen mitgebracht hatten. Auf der Eifelsteig-Website ist diese Broschüre auch erwähnt,  man kann sie von der Seite aus kostenlos bestellen. Auch andere nützliche Infoschriften sind kostenlos dort zu beziehen.
 
Ich wurde bei den Tourentipps fündig mit einer Streckenwanderung von Roetgen nach Raeren. Die Länge der Wanderung sollte 17 Kilometer  betragen.  Start- und Zielpunkt mußte ich natürlich mit dem Bus erreichen können. Der Startpunkt “Fringshaus” stellte kein Problem dar, er liegt auf  derselben  Strecke der Buslinie nach MOnschau. Anders sah es aber beim Ziel  in der Ortschaft Raeren aus, die in Belgien liegt.  Die Buslinie, die ich im Internet finden konnte, fährt samstags nur zweimal täglich den Ort Richtung Aachen an, einmal am Morgen, einmal nach 20 Uhr am Abend.  Das konnte ich vergessen.  So mußte ich mir einen anderen Zielpunkt wählen, der häufiger von Bussen angefahren wird. So war mein Zielpunkt der Ort Schmithof, was aus 17 Kilometer dann 21 Kilometer machte.  Aber ich hatte ja Zeit.
 
Von Fringshaus aus bin ich dann allerdings erst um 12:30 Uhr gestartet. Die Wanderung war abwechslungsreich,  es ging sowohl durch Laub- wie Nadelwald,  vorbei an Wiesen und sogar am Rande eines kleinen Stücks des Hohen Venns,  was  irgendwo verloren innerhalb  anderer Vegetationsformen lag.  Auch gurgelte eine ganze Zeitlang der Weserbach an einer Wegseite, was ja immer ein sehr beruhigendes Geräusch ist. Vom Belag her war ein Großteil der Strecke asphaltiert oder anderweitig sehr fester Bodenbelag. Diesmal hatte ich im Gegensatz zu sonst keine so großen Probleme, aber einen Tag später merkte ich  es doch stark  in den Beinen. Ansonsten war es eine leichte Wanderung, von Roetgen bis Raeren geht es stetig bergab.  Nur  zweimal ging es über schmale Waldpfade,  und bei einer der beiden Passagen  ließ nur mein GPS-Gerät die Hoffnung nicht sterben, dass ich auf dem richtigen Weg war. Es war einer der Pfade, die man nur erahnen kann, ich schlängelte mich hin und her zwischen hohen Nadelbäumen. Am Ende kam ich an eine Stelle, wo ich dachte, jetzt doch völlig querfeldein gehen zu müssen, als ich durch die Bäume ein menschliches Wesen vor mir erblickte. Also schien ich doch noch nicht ganz verloren zu sein. Ich steuerte auf das weibliche Wesen mit drei Hunden zu und befand mich, als ich sie erreichte, wieder auf einem richtigen Weg. Sie schien “von da” zu sein und meinte, sie sei auch schon einmal wie ich von dort oben durchs Gehölz auf  diesem gefühlten Pfad herunter gekommen.  Ansonsten führte mich das GPS-Gerät gut durchs Gelände,  wenn auch an einigen Stellen die Wege nicht mehr  denselben Verlauf nahmen, den die Wanderkarte aufwies.
 
Verpaßt hatte ich allerdings das “Kreuz im Venn”. Zwar  passierte ich diese prägnante Stelle, da ich mich aber an der fraglichen Stelle auf den weiteren Streckenverlauf konzentriert hatte, verpaßte ich diese Sehenswürdigkeit. Das letzte Stück der Strecke auf Raeren zu ist zum Teil mehr forstwirtschaftlich genutzt als für Fußgänger. Oft bilden sich tiefe Spurrillen durch die Forstfahrzeuge. Da aber bei der derzeitigen Witterung Wege schneller zuwachsen, als man gucken kann, sieht man diese Spurrillen nicht immer. So rutschte ich auch einmal schön zur Seite weg und meine helle Hose war mit Grasflecken und Schlamm verziert. Aber wenigstens war ich da nur so reingesackt, ich hatte mir nicht weh getan. In Raeren angekommen, habe ich mich wegen zu vieler verwirrender Straßen durchgefragt, wie ich  zu dem Ort Schmithof kommen würde. Der erste hatte nicht einmal den Namen Schmithof je gehört, doch eine junge Frau konnte mir den Weg genau erklären. Ich näherte mich also meinem Ziel, doch ein Blick auf meine Uhr zeigte mir, dass ich schnell sein mußte, um noch den Bus Richtung Heimat zu erwischen, der nur einmal stündlich fährt. Und ich war so kurz vor dem Ziel, dass  ich ihn so gerade verpassen konnte und dann eine Stunde an einer recht trostlosen Stelle warten müßte. Ich hatte Glück,  bei einem meiner ständigen Blicke zurück sah ich, dass von hinten der Bus um die Ecke bog. Zur Haltestelle schaffte ich es nicht mehr, daher mußte ich dem Busfahrer winken.  Zum Glück hielt er dann auch, was nicht unbedingt die Regel für Aachener Busfahrer ist und meinte: “Sie hatten ein Taxi bestellt?”. Puh! In letzter Sekunde. Danach konnte ich in Ruhe auf meinem Sitz  weiterschwitzen, bis ich zuhause ankam.
 
Mir hat die Wanderung jedenfalls sehr gut gefallen, vielleicht wiederhole ich sie irgendwann noch einmal, wobei ich dann aber auch auf das “Kreuz im Venn” achten werde. Ebenso habe ich mir aus Zeitmangel diesmal das  Schloss Raeren verkniffen, in dem ein Töpfermuseum untergebracht ist.  Auch um den Genuß eines belgischen Abtei-Biers bin ich diesmal gebracht worden. Das wird beim nächsten Mal nachgeholt.

Die Wanderung “Roetgen - Raeren” in Google Earth ansehen

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