Es ist jetzt zwar schon wieder eine Weile her, dennoch soll mein Spanien-Kurztrip über Karneval nicht unbeschrieben bleiben. Zunächst zum Flug mit Ryan-Air. Positiv daran war, wie zügig die Abfertigung an den Flughäfen vonstatten ging. Kaum kamen wir mit unserem Handgepäck dort an, ging es auch schon durch die Gates und ins Flugzeug. Fast ein wenig zu eilig, beim Rückflug kam ich mir wie Teil einer Schafherde vor, die schnell in den Pferch getrieben werden muß, um sie zu scheren. Nach der Metall-Kontrolle hatte ich nicht mal mehr Zeit, meinen Gürtel wieder anzuziehen. Die Vollständigkeit meines Hosen- und Jackeninhalts konnte ich erst im Flugzeug kontrollieren. Aber so wurden wir wenigstens zügig im sonnigen Süden wieder ausgespuckt.

Und sonnig war es wirklich. Die Temperaturen bewegten sicn tagsüber nur wenig unter der 20 Grad Grenze, nachts ging es dann natürlich noch fast bis auf den Gefrierpunkt zurück. Aber kein Vergleich zum Wetter, das wir in Deutschland verlassen hatten. Ich hätt’ mir den Gürtel vom Leibe reißen können…

Wir waren dort unten an der Costa Blanca in Moreira, einem Engländer-durchfluteten Urlaubsort in der Nähe von Calpe. Der Einzug ins Haus ging vor sich wie ein Boxenstopp in der Formel Eins, jeder Handgriff über Jahre einstudiert, routiniert wurden die Betten bezogen, die Vorrats-Schränke bestückt und die Getränke vom Nebenkühlschrank der Garage in den Haupt-Kühlschrank der Küche verlagert. Bewundernd folgte ich den eingespielten Handgriffen der Freunde.

Die Tage selbst waren gekennzeichnet durch kurze Ausflüge in die Umgebung und lecker Essen. Für’s lecker Essen sorgte Harry, der sowohl zuhause für die Familie wie auch im Urlaub für uns täglich kochte. Und er ist des spanischen Kochens ziemlich mächtig, es gab immer “Spezialitäten”, genauso routiniert gezaubert wie der eben beschriebene Boxenstopp.

Und eine Wanderung haben wir auch gemacht, die letzte meiner Wanderschuhe. Wanderführer war der spanische Patenonkel von Simon, dem Sohn meiner Freunde, zugleich ortsansäßiger Veräußerer und Vermieter von “Objekten”, wozu seinerzeit auch mal das Haus meiner Freunde gehört hatte.

Die Wanderung ging auf den Montgo, einem berüchtigten, einsam in der Landschaft stehenden kleinen Berg der Gegend. Und, nach jetzt mehreren Wanderversuchen dort in Spanien: Für mich isses nix! Zu schnell zu steil hoch, immer zu nah am Abgrund, und immer zu geröllig. Da ich nur unscharfe Umrisse erkennen kann, wenn ich gehe, sind solche Strecken der reine Streß für mich. Außerdem sind kurze, heftige Anstiege nicht unbedingt so mein Ding, jedenfalls nicht in dieser Leute-Konstellation, wie sie da vorherrschte. Harry und Mariano wollten sich wohl beweisen, wer der schnellste von ihnen sei, ohne tot umzufallen, und sie juckte wenig, wo die anderen denn bleiben. Darum: Neee, muß nicht noch einmal sein. Wenn dann auch der Ausblick von dort oben wieder mit allem versöhnte. Leider war die Sicht nicht so sehr blendend, weshalb die Fotos nicht besonders eindrucksvoll wurden.
Der Kurztrip war jedenfalls gerade richtig und ich habe mich gut erholt. Wermutstropfen bildete nur der letzte Tag. Wir bekamen einen Anruf aus Deutschland von den Nachbarn meiner Freunde. Die Polizei sei am Morgen da gewesen, es sei etwas mit dem am Flughafen geparkten Auto. Nun ja, mit solch einem Anruf hätte man fast rechnen können. Harry hatte sich die Parkgebühr des Flughafen-Parkplatzes sparen wollen und an einer gottverlassenen Stelle etwas abseits geparkt. Jetzt kam die Rechnung dafür. Ein Anruf bei der holländischen Polizei, wir waren von Maastricht aus geflogen, informierte uns kurz, dass eine Scheibe eingeschlagen wäre und die Polizei das Auto gesichert, also abgeschleppt, habe. Ein Beamter werde uns am Abend am Flughafen empfangen und uns alles genauer erklären. Schon von Spanien aus wurde eine Abholung vom Flughafen durch Bekannte organisiert, da wir nichts über die Fahrtauglichkeit des Autos wußten. Tja, der Wagen war “vandalistisch” verändert worden und ziemlich zerdeppert. Der ADAC hat dann am nächsten Tag die weitere Organisation in die Hand genommen, Auslösen und Rückführen des Autos und Stellen eines Mietwagens. Es ging alles gottlob ziemlich probemlos. Und ein großes Lob an die holländischen Grenzschutz- und Polizeibeamten, die wirklich äußerst freundlich und zuvorkommend waren. Sie nahmen der Missetat ein wenig ihren Schrecken….
Aber sonst war’s schön!