Am längsten Tunnel der Welt

Die Wanderung ist zwar bereits eine Woche her, sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Denn sie war die erste Strecke, die ich einem kostenlosen Wanderführer entnommen habe, der hier an verschiedenen Stellen (Touristen-Information) ausliegt. Dieses Büchlein ist unten erwähnt. Die Strecke ging ich zusammen mit einem ehemaligen Klassenkameraden, mit dem ich mittlerweile schon einige Wanderungen bestritten habe. Da er an diesem herrlichen Samstag noch weitere Termine hatte, hatten wir uns eine der kürzeren Strecken ausgesucht, die Strecke “Bleyberg”.

Wir hatten das ganze etwas unterschätzt. Die Wanderung führte uns über den höchsten Punkt der Niederlande, was uns eigentlich nur ein müdes Lächeln abgewinnen konnte, denn man weiß ja, wie gebirgig die Niederlande sind. Jedoch hatte man wohl alle Steigungen, die das Land zu bieten hat, in diese kurze Strecke reingepackt, um uns doch noch zu beeindrucken. Dies ist den Machern der Strecke gelungen, herzlichen Glückwunsch. Wir waren am Ende froh, das Ziel erreicht zu haben.

Davon abgesehen, war es im großen und Ganzen eine sehr abwechslungsreiche, schöne Tour. und die sieben Grenzrouten, wir können natürlich bisher nur von dieser einen sprechen, sind sehr gut ausgeschildert. Der Wanderführer enthält zwar auch eine Karte mit sämtlichen Strecken, aber nötig ist diese eigentlich kaum. Man kann sich an die guten Wanderzeichen am Wegesrand halten. Sie sind ausreichend, bei jedem Abbiegen finden man auch gleich das entsprechende Zeichen. Ist keines vorhanden, geht man einfach weiter geradeaus. Wir haben uns nur an einer Stelle etwas vertan, weil das Wanderzeichen dort durch ein Baustellen-Schild versteckt war, weshalb wir falsch abgebogen waren.

Der Wanderführer enthält sehr viele interessante Geschichten am Rande, und so komme ich jetzt auch zum längsten Tunnel der Welt. Als wir am höchsten Punkt der Niederlande den Dreiländerpunkt überquerten, wo die drei Länder Niederlande, Belgien und Deutschland zusammenstoßen, überquerten wir nämlich eben diesen Tunnel. Der Tunnel wurde seinerzeit scherzhaft so genannt, da er ein ganzes Land von einer zur anderen Seite durchlief, nämlich das kuriose Land “Neutral-Moresnet”, ein Staat der etwa 100 Jahre vom Anfang des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts an dieser Stelle existierte. Diese historische Kuriosität von Neutral-Moresnet kennen die wenigsten, deshalb sollte man sich unbedingt einmal folgende Webseite anschauen, die Näheres dazu erläutert:

http://www.moresnet.nl

Noch heute existieren viele Grenzsteine, die damals die Grenzen zu diesem 4. Land im heutigen Dreiländereck kenntlich machten, und demnächst will ich mich einmal auf die Suche nach diesen machen. Und schon jetzt freue ich mich auf die nächste Wanderung aus diesem interessanten Wanderführer.

Diese Strecke habe ich auf meiner Webseite auch schon als GPS-Tour bei den Wanderungen eingebaut. Wenn man dort das Bild mit dem Streckenverlauf anklickt, sieht man die Strecke auch in verschiedenen Land- und Satellitenkarten.

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