Archive for the ‘Tagebuch’ Category

Goldener Heimbach-Oktober

Samstag, Oktober 18th, 2008

Und noch ein sonniges Oktober-Wochenende!
Eigentlich hatte ich im Laufe der Woche keine Wanderung mehr geplant, das Wetter sah nicht so sehr rosig aus. Zum Wochenende hin besserte sich die Lage jedoch merklich, und am Freitag entschied ich mich, doch noch einmal loszuziehen, falls meine Kollegin wieder mitziehen würde. Ich schickte ihr eine Mail, und schon war die Sache entschieden. Viel Zeit, mir etwas neues auszudenken, hatte ich nicht und so griff ich auf eine früher schon gemachte Strecke zurück. Mit der Rurtalbahn von Düren bis Heimbach, von dort zum Kloster Mariawald, und von dort, die Staumauer von Schwammenauel berührend, wieder zurück bis Heimbach.

Von Heimbach geht es steil bergauf zum Kloster, auf halber strecke beginnt ein Kreuzweg mit der 1. Station vom Tal aus. Wir retteten uns so von Station zu Station immer weiter bergan, fast an jeder Station mußte ich heucheln, mir die Station näher anschauen zu wollen, in Wirklichkeit brauchte ich die Verschnaufpause. Da gehe ich nun nicht allzu selten, dennoch gerate ich bei solchen Steigungen immer noch außer Puste. Daran ändert weder ständige Wanderroutine noch der Umstand, dass ich schon vor 11 Jahren mit dem Rauchen aufgehört habe, irgend etwas. Und es hilft auch wenig, wenn man entspannte Gesichter den Berg herunter einem entgegen kommen sieht. Nun ja, wir haben es natürlich bis zur Abtei oben geschafft und uns gefragt, weshalb wir uns das jedes Mal wieder antun. – Einfach, weil es schön ist. Oder auch, weil es in dem herbstlichen Laubwald sowas von würzig roch. Ein undefinierbarer Duft, aber so, dass ich ihn mir am liebsten in eine Schachtel  zwecks späterer Inhalation gesperrt hätte.

Die Strecke abwärts von Mariawald ist nach mehreren Regentagen etwas mit Vorsicht zu genießen. Wenn das Profil der Schuhe mit genügend feuchter Erde verklebt ist, taugen sie zu Gleitschuhen, man kann seinem Mitwanderer dann getrost Ski Heil wünschen und einen Abrutsch wagen. Das ist jetzt etwas übertrieben, aber ein wenig Vorsicht war schon geboten, wollte man mit dem Hinterteil nicht im Matsch landen. Im Tal angekommen, ging es dann noch vorbei am Wasserkraftwerk von Heimbach, einem alten Jugendstil-Gebäude, das man auch besichtigen kann. Dies haben wir jedoch nicht getan sondern sind dann an dem Staubecken von Heimbach entlang wieder zum Ort zurück gegangen, von wo aus uns die Rurtalbahn zurück nach Düren und mich die Deutsche Bahn von Düren  zurück nach Aachen brachte.

Zum Drachenfels

Samstag, Oktober 11th, 2008

Das vielleicht letzte schöne Wochenende des Herbstes wollten wir nicht ungenutzt lassen und so entschlossen sich meine Kollegin Nicole und ich, „in die Laubfärbung“ zu fahren. Unser Ziel waren Rhein und Drachenfels, wohin uns die Bahn fast unverspätet brachte. Das Wetter sollte phantastisch sein, wovon wir zunächst allerdings wegen starken Nebels noch nichts bemerkten. Der Zug spie uns mit vielen anderen Unternehmungshungrigen in Königswinter aus, wir ließen sie erst einmal ziehen. Ich ließ meinem GPS-Gerät zunächst Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. In fremden Gegenden fremdelt es gerne. Karten hatten wir keine, nur das GPS-Gerät mit einer aus dem Internet heruntergeladenen Route, die mehr als mir lieb war von den tatsächlichen topographischen Gegebenheiten abwich. Da wir aber im schlimmsten Fall nur immer bergab gehen mußten, um früher oder später wieder an den Rhein zu kommen, war das nicht so tragisch.Es ging jedenfalls los bei Nebel, der wenig Anstalten machte, sich zu verziehen. Und es sollte nur bergan gehen, gleich von Anfang an. Da ich aber trainiert durch meine letzte Tour im holländischen Hochland war und Nicole auch die Früchte ihrer Strapazen im Fitneß-Studio ernten wollte, ließen wir uns vor uns selber nichts anmerken und schnauften tapfer Richtung Gipfel. Dass wir durch ein herrliches Stück Natur gingen, konnten wir nur so glauben, sehen taten wir ja noch nichts davon. Und einige Aussichtspunkte Richtung Tal zeigten uns auch nur, wie schön eine undurchdringliche Nebelwand im Tal liegen kann. So näherten wir uns unmerklich dem höchsten Punkt der Wanderung, dem Drachenfels mit seiner Ruine. An einer Stelle querte auch die Drachenfels-Bahn unseren Weg, die für diejenigen, die den Weg zu Fuß scheuen oder ihn nicht gehen können, ihren steilen Weg den Berg hoch macht.

Während wir unseren Weg weitgehend ohne Menschenberührung gemacht hatten, sahen wir erst oben am Gipfel, was wir uns da angetan hatten. Menschen, soweit der Blick schweifte, alle Altersgruppen vom Kleinkind bis zu Senioren. Erst jetzt fiel uns auf, dass es sich um das letzte Wochenende der Herbstferien handelte, und noch dazu um ein sehr schönes, nachdem sich der Nebel so ganz allmählich lichtete. Jetzt konnte man von dort oben auch endlich den Rhein sehen, den ich schon viel weiter weg vermutet hätte. Wir machten jetzt eine große Pause, meine extra am Vorabend gebratenen Zucchini-Frikadellen sollten ja nicht verkommen.Dann ging es noch ein Stück höher zur Drachenburg-Ruine, wobei wir auch die Höhle des Drachen passierten, der seine Schuldigkeit tat, ein Mikro ergriff und Kindern und jedem, der es hören wollte, irgendwelche Geschichten über seine unermeßlichen Schätze erzählte. Hatte er es denn da noch nötig, den Entertainer zu spielen? Er hatte doch alles! Nachdem wir nun das Bad in der Menge lange genug genossen hatten, wollten wir unsere Tour fortsetzen.

Burg Drachenfels

Das erwies sich aber als nicht so einfach. Die Linie der Route auf meinem GPS-Gerät war schwer genug zu deuten, wir liefen einige Male hin und her, Treppen rauf und runter, hatten am Ende wohl dann den richtigen Weg gefunden. Er sollte nach Rhöndorf führen, dem Wohnort des ersten deutschen Bundeskanzlers Adenauer. Leider war dieser Weg aber versperrt. Ein altes gußeisernes Törchen versperrte den Weg zu diesem Pfad, der wohl zum Rheinsteig gehört. Merkwürdig, denn das Tor sah nicht so aus, als sei es ein Provisorium. Im Nachhinein kann ich mir nur vorstellen, dass dieser Teil der Strecke an Wochenenden, an denen viele Familien mit Kindern erwartet werden, aus Sicherheitsgründen abgesperrt wird. Das ist allerdings nur eine Vermutung. So fanden wir uns damit ab, die Route nicht planmäßig zu Ende bringen zu können. Wir nahmen deshalb einfach einen anderen Weg nach Königswinter abwärts, als wir gekommen waren. An einem Aussichtspunkt des Weges fiel der Blick auf ein merkwürdiges Gebilde, welches eine Mischung zwischen Kirche, Burg und Schloß zu sein schien.

Dies stellte sich später als das Schloß Drachenburg heraus, einem im späten 19. Jahrhundert erbauten Privatschloß eines vermögenden Börsen-Spekulanten aus Bonn. Das Schloß, was zur Zeit noch vollständig restauriert wird, ist teilweise schon zu besichtigen und einen Besuch wert. Ebenso der zugehörige Park und ein Museum des Naturschutzbundes Deutschland, das sich dort in einem separaten Gebäude befindet. Bei der Besichtigung fügten wir den übrigen Steigungen, die wir an diesem Tag schon bewältigt hatten, eine Unmenge von Wendeltreppen- und übrigen Treppenstufen hinzu. Von dort aus war es dann nicht mehr weit ins Tal, und da wir noch bei Kräften waren, sind wir dann am Rhein entlang doch noch zu unserem ursprünglichen Zielort Rhöndorf gegangen.



Es war ein toller Tag, und das Wetter hat nach Anfangsschwierigkeiten prächtig mitgespielt. Auch die Laubfärbung hatten wir genau zum richtigen Zeitpunkt erwischt, es war, wie meist im Herbst, ein einmaliges Farbenspiel.
 

Am Rursee entlang

Dienstag, Oktober 23rd, 2007

Dies ist, in unterschiedlichen Variationen, immer wieder eine erholsame Strecke mit schönen Ausblicken. Ein Anruf einer Freundin holte mich aus meiner Samstagmorgendlichen Trägheit und eine Stunde später gings los. Ausgangspunkt war oberhalb von Einruhr, und schon die Anfahrt ließ erkennen, dass es ein toller Tag am See würde. Laubfärbung vom Feinsten und wolkenloser Himmel. Es war noch ein wenig kalt, doch die Sonne, sofern sie uns direkt traf, wärmte noch. Einige Wanderer waren schon unterwegs, jedoch ist Samstag immer weit weniger los als an Sonntagen, an denen man es möglichst unterlassen sollte, die stark heimgesuchten Wege um den See zu benutzen.

Von Einruhr ging es dann zunächst bis Rurberg, immer am See entlang. Dort, am Überlauf vom Obersee, treffen sich gerne Biker für eine kurze Pause, um dann weiter durch die beliebten Serpentinen in der Eifel zu fahren. Leider manchmal auch eine Fahrt ohne Wiederkehr, weil sie ihre fahrerischen Fähigkeiten ab und an überschätzten. Für uns ging es aber gleich weiter entlang des Obersees bis zur Staumauer der Urfttalsperre. Ab Rurberg geht es stetig bergauf, aber auf die Länge der Strecke ist das kaum merklich. Wenn man dann oben auf der Staumauer anlangt, hat man aber dennoch einige Höhenmeter überwunden, und man sieht die Schiffe der „weißen Flotte“ weit unter sich anlegen. Das Farbenspiel der Laubbäume und deren Spiegelung im Wasser führten aber sowieso dazu, dass man das gehen gar nicht wahrnahm. Zu dieser Jahreszeit ist es wirklich eine sehr malerische Strecke, bei jeder Biegung zeigt sich einem wieder ein neues Bild.

Die Staumauer war unser Wendepunkt, von dort aus haben wir dieselbe Strecke wieder zurück nach Einruhr genommen. Wir hätten auch eine ganze Seeumrundung machen können, da der Weg auf der Gegenseite des Sees aber hauptsächlich im Schatten lag, haben wir uns für die sonnigere Variante entschieden. Als wir wieder in Einruhr ankamen, war die Sonne gerade untergegangen und die ersten Lichter, die im Ort schon angeganen waren, spiegelten sich im See wider. Die Belichtungsautomatik meiner Kamera hat diesen Eindruck leider nicht wiedergegeben, die Nacht wurde auf dem Foto zum Tage. Schade.

Durch die „Klause“

Montag, Oktober 1st, 2007

Als sich nach tagelangem Regen endlich am Sonntag die Sonne noch einmal zeigte, mußte ich natürlich raus.Durch die starken Niederschläge hatte es diesmal den Stadtkern von Aachen und meinen Nachbarort Kornelimünster erwischt, Überschwemmungen, die den Einsatz der Feuerwehr selbst aus dem benachbarten Holland nötig gemacht hatten. Das Schlimmste war schon überstanden, aber ich machte eine kleine Wanderung, die mich an dem kleinen Fluß Inde vorbeiführen sollte. Dieses Flüßchen fließt durch die Klause, einem meiner Lieblingswflecken in der direkten Umgebung. Auch führt die Inde mitten durch Kornelimünster, war über ihre Ufer getreten und hatte den historischen Ortskern überschwemmt.

Jetzt, einige Tage später, war der Wasserstand immer noch höher, als ich ihn vorher je gesehen hatte, aber das Wasser lief schon wieder im normalen Flußbett.

Schön war es, noch einmal durch die Klause zu gehen. Zu jeder Jahreszeit hat dieser kleine Wald seinen eigenen Reiz. Es ist ein Mini-Naturschutzgebiet, und der Wald wird völlig sich selbst überlassen, umgefallene Bäume bleiben umgefallene Bäume, nur die wenigen Fußwerge werden frei gehalten.

Vor einigen Jahren habe ich einmal eine Foto-Geschichte in der Klause gemacht, die ein etwas mystiöses Bild auf dieses an sich idyllische Stückchen Wald wirft. Es sind viele anzuklickende Stellen auf dieser Webseite, Es ist ein Spaziergang, der einen immer tiefer in den Wald hineinführt:


The Blair Witch Project
Achte immer auf die „Zeigehand“

Fast nach Holland

Montag, September 17th, 2007

Aufgrund der guten Wettervorhersage gegen Ender der letzten Woche hatte ich mir kurzerhand einen Urlaubstag am Freitag genommen. Mit Sonnentagen sind wir ja ansonsten nicht allzu sehr verwöhnt worden in letzter Zeit. Wandern war also wieder angesagt, nur auf ein Wanderziel konnte ich mich mit mir selber nicht einigen. Die Entscheidung fiel dann letztendlich auf eine bekannte Strecke. Es ging von meiner Wohnung aus bis nach Kerkrade in Holland. Beim letzten Stück, sozusagen der Grenzüberschreitung, bin ich immer noch auf der Suche nach einem angenehmen Wegverlauf, und den wollte ich dann diesmal suchen.



Von Aachen-Brand aus ging es dann erstmal über Eilendorf, dem Rivalen-Nachbarort. So etwas hat ja wohl jeder in seinem Umfeld, so einen grundlos ungeliebten Nebenort. Das Wetter war wie erwünscht, klarer Himmel und angenehme Temperatur, gerade das richtige zum gehen. Von Eilendorf ging es dann weiter zum „Haarener Kreuz“, einem eher unbekannten Aussichtspunkt über Aachen. Die Stelle ist nicht unbedingt auf gängingen Spazierwegen angesiedelt. Es handelt sich jedenfalls um ein 7 bis 8 Meter hohes Metallkreuz, und ringsum läuft eine Sitzbank aus Beton. Die Stelle ist immer ganz gut für eine kleine Verschnaufpause geeignet, was ich dann auch gemacht habe. Während ich da saß, war unbemerkt eine Frau um die Ecke gebogen gekommen sowie ein bei meinem Anblick wild bellender Husky, der aber sicher nur spielen wollte… Er beruhigte sich aber schnell und schlekte mir nachher sogar durchs Gesicht. Darauf bilde ich mir aber nichts ein, das hätt‘ er sich ruhig sparen können.


Mit der Frau kam ich dann noch kurz ins Gespräch. Sie war das erste Mal dort. Doch plötzlich kam sie mir irgendwie bekannt vor. Ich fragte sie, aus welcher Richtung sie gekommen sei, und das war dieselbe Richtung, aus der ich auch gerade gekommen war. Aha. Ich fragte sie dann, ob sie da zufällig in einem Auto gesessen hätte. Ja, hatte sie, wie ich denn darauf käme. Ich meinte dann: „Dann habe ich sie eben gerochen. Das Parfum , was ich gerade rieche, ist dasselbe, was ich eben einmal gerochen habe.“ Vielleicht hätte ich es ja etwas charmanter ausdrücken können, denn es war ihr peinlich. „Das spricht ja nicht für mich, wenn ich das Parfum so stark aufgetragen habe, dass sie das eben schon aus dem Auto riechen konnten.“ Aber derselbe Geruch war mir wirklich direkt aufgefallen, als ich einen halben Kilometer vorher an ein paar Häusern an einer Straße vorbei gekommen war. Ich hatte dann einen Schatten in einem Auto sitzen sehen, und von dort schien der Geruch wohl zu kommen. Und was lernen wir daraus mal wieder? Wenn das Augenlicht nachläßt, werden die anderen Sinneswahrnehmungen verstärkt. Und das scheint mir bei meinem Geruchssinn wirklich der Fall zu sein. Die Frau hat sich nach diesem Wortwechsel jedenfalls schnell verabschiedet. 🙂


Vom Kreuz aus ging es dann weiter ins Wurmtal, einem beliebten Aachener Naherholungsziel. Kleinere Rundwanderungen in diesem Gebiet sind sehr empfehlenswert, es geht längs durch ein idyllisches Bachtal. Es gibt hier auch einige gute Einkehrmöglichkeiten wie „Teuter Hof“, „Alte Mühle“ oder die Burg Wilhelmstein. Auf Burg Wilhelmstein werden auch auf überdachter Bühne kleinere Konzerte aufgeführt, z.B. ist dort Götz Altzmann gerne zu Gast. Nahe an Burg Wilhelmstein waren auch immer noch die Auswirkungen von Kyrill zu sehen, eine vormals dicht bewaldete Stelle war zum Kahlschlag mutiert.






Holland war jetzt nicht mehr weit, Kerkrade war fast schon in Riechweite. Doch, wie so oft in letzter Zeit, war ich zu spät losgegangen, es ging schon auf den Abend zu. Um jetzt noch einen schönen Weg für das letzte Stück zu suchen, war es fast schon zu spät. Denn gerade in Grenznähe gibt es dort sehr wenige Stellen, an denen man ins andere Land rüberkommt, trotz offenener Grenzen. Es gibt einfach sehr wenige Wege, und ein Verlaufer bedeutet gleich einige Kilometer umweg. Und, ich muß ehrlich sein, mir taten die Beine doch schon ein wenig weh. Ich bin dann sozusagen kurz vor dem Ziel noch abgedreht und zum nächsten inländischen Ort vor Holland, Horbach, gegangen. Von dort aus dann wieder mit dem Bus Richtung Heimat. Meine 28 Kilometer hatte ich auch ohne Grenzübertritt schon erreicht, und das fand ich mehr als reichlich.



Beim nächsten „Versuch“ werde ich erst in Horbach loslaufen, um den „schönen“ Weg bis Holland zu suchen, und dann werde ich auch noch bis Heerlen weitergehen, den Ort, den ich schon seit Jahren im Hinterkopf habe, dass ich zusammem mit meinem Bruder einmal von Brand bis Heerlen zu Fuß gehen möchte. Und solange wir noch nicht zu alt dafür sind, sollten wir das in Angriff nehmen!

Der Schatz von Loch Echtz

Montag, Juli 9th, 2007

Es soll einfach nicht sein. El Condor Passa immer noch und ich komme ihm nicht näher. Ich meine den Riesenvogel im Wildfreigehege Hellenthal, wohin schon eine Weile eine meiner Wanderung führen soll. Doch bislang ist immer noch etwas dazwischen gekommen. Auch diesmal mussten meine Kollegin und ich diese Wanderung vom Wetter abhängig machen. Die Vorhersagen für den Samstag waren gut, angeblich sollte es der schönste Tag der Woche werden. Doch der Morgen verhieß nichts Gutes, und nach einer Woche starken Regenwetters sah es schlecht um eine Bekanntschaft mit dem Condor aus. Also trat Plan B in Kraft, unser Notfallplan für den Fall der Fälle. Aber auch das war keineswegs eine Notlösung., sondern ein Paradeeinsatz für GPS-Geräte: Geocaching.

Dieser Begriff sollte mittlerweile bekannt sein, es handelt sich um eine Art Schnitzeljagd, bei der man durch sein GPS -Gerät zu verschiedenen Stationen auf einer kleineren Wanderung geführt wird. Dort muß man meist ein kleines Rätsel lösen, bis man zur nächsten Station geleitet wird, die durch das Errechnen von GPS-Koordinaten, die sich aus der Lösung des Rätsels ergeben. Oft erfährt man auf seiner Tour einiges an Heimatkundlichem. Das Ziel der Tour, die letzte erreichte Station, führt einen zu einem „Schatz“, dem sogenannten Geocache. Dieser ist irgendwo im Umkreis von wenigen Metern um die Ziel-Koordinaten versteckt. Vielleicht unter einem Stein oder in einem hohlen Baum, das variiert von Cache zu Cache. Versteckt ist der kleine Schatz meist in einer Tupper-Dose, enthält ein Logbuch, in das man sich als Finder einträgt, und allerlei nützlichen oder überflüssigen Kleinigkeiten, von denen man sich etwas aus der Dose nehmen darf, dann aber auch wieder etwas Eigenes hineinlegt. Und dann wird die Dose wieder an genau derselben Stelle versteckt. Diese Schätze ruhen über Jahre an derselben Stelle, alle, die an diesem schönen Hobby teilhaben, können den Schatz finden. Und es gibt viele dieser Schätze, die alle im Internet auf einer (fast) offiziellen Webseite vermerkt sind. Die Schätze sind über die ganze Welt verteilt und schlummern dort, bis sie wieder jemand gefunden und wieder an seinem Platz versteckt hat.

Ich habe bislang nur so ca. 10 Caches gefunden, manche Geocacher haben schon weit 100 bis 200 Caches gefunden. Und es gibt wirklich überall welche. Da meine Kollegin noch nie so eine Schatzsuche gemacht hatte, hatte ich einen passenden in der Nähe ihres Wohnorts ausgesucht mit Namen „Der Schatz von Loch Echtz““. Der Echtzer See ist ein Badesee in der Nähe von Langerwehe. Die Suche nach dem Cache haben wir dann noch mit einer Wanderung in der Gegend verbunden, die uns unter anderem an das Schloss Merode führte, einem schönen Wasserschlossss, das in 2002 leider von einem Brand heimgesucht wurde, mittlerweile aber zu großen Teilen wiederhergestellt ist Unser Weg begann bei meiner Kollegin zuhause, von wo aus wir an vielen Stellen vorbeikamen, an denen sie einige Kindheitserinnerungen zum Besten geben konnte. Dann ging es aber auch gleich zum Start der Geocache-Runde. Jahreszahlen, die auf Schildern zu suchen waren und diverse zu findende Namen auf irgendwelchen Objekten, aus denen irgendwelche Zahlenwerte abzuleiten waren und zur Errechnung der nächsten GPS-Koordinaten führten, brachten uns von Station zu Station näher ans Ziel. Meine Kollegin wurde natürlich aufgeregter, je näher wir ans Ziel kamen. Dieses Gefühl kannte ich von meinem ersten Geocache auch, den ich auf einem Urlaub in Sachsen zusammen mit meiner Schwester gesucht hatte. Auf dem GPS-Empfänger sieht man immer die Entfernung, die man noch bis zum Schatz gehen muss. Und am Ende werden die Schritte immer schneller und man starrt nur noch auf das GPS-Gerät. Doch Vorsicht! Ein Blick auf den Weg ist manchmal auch nicht schlecht, sonst liegt man da.


In den Feldern um Geich

Am Ende war es dann geschafft. Wir hatten alles richtig gemacht und kamen wirklich dort an, wo uns der Hüter des Schatzes hatte haben wollen. Noch ein prüfender Blick in die Runde, ob einen kein „Muggel“ beobachtet hatte. Muggel sind bei den Geocachern die „normalen Menschen“, die keine Geocacher sind und die natürlich auch nicht sehen sollen, was da für geheimnisvolle Sachen direkt vor ihrer Nase passieren. Als Geocacher muss man darauf achten, dass der Cache nicht von Unbeteiligten entdeckt wird und eventuell von diesen zerstört oder entfernt wird. Deshalb sind die Verstecke auch meistens an Stellen, die möglichst aus der Entfernung nicht einsehbar sind. Wir konnten jedenfalls den Schatz nach kurzer Suche erfolgreich heben, einen Schlüsselanhänger hineinlegen, einen anderen hinausnehmen, meine Kollegin trug sich ins Logbuch ein und nach verbergen des Caches zogen wir weiter.


Braunkohlekraftwerk Weisweiler

Danach ging es dann zu den zwei Hauptsehenswürdigkeiten unserer kleiner Wanderung: Dem Schloss Merode und einem Kaugummi-Automaten, den meine Kollegin einige Wochen vorher in einem Ort in der Nähe entdeckt hatte. Die Gegend, in der wir uns bewegten, ist nicht unbedingt Wanderer-freundlich, sondern flaches, landwirtschaftlich genutztes Land mit vielen asphaltierten Wirtschaftswegen. Es gibt zwar auch den Meroder Wald in der Nähe, aber durch den führte unser Weg gestern leider nicht. Mit qualmenden Füßen kamen wir am Schloss Merode an. Wir bewunderten das schöne Schloss leider nur aus einer gebührenden Distanz, denn im Innenhof des Wasserschlosses wurden gerade Hochzeitsfotos gemacht, es war ja der 7.7.2007. Schade, ich hätte gerne mehr gesehen, denn auch ansonsten konnte man sich leider nur von einer Seite dem Gebäude nähern, die anderen Seiten blieben durch dichten Baum- und Strauchbestand unseren Augen leider verborgen. Unter der Musik eines Spielmannszuges entfernten wir uns wieder vom Schloss Merode und begaben uns zu unserer letzten Station, dem Kaugummi-Automaten. Beim Fotografieren desselben bekam ich musikalische Untermalung durch einen weiteren Spielmannszug, der in einem anderen Ort gerade irgendein Ereignis begleitete, laut meiner Kollegin die Hochzeit einer ihr bekannten Persönlichkeit aus dem Nachbarort. Dann waren wir aber auch bald am Ende unserer Tour, noch eine kurze Visite auf dem Dorfplatz und dem Ortsfußballfeld, dann war eine schöne Wanderung wieder zu Ende gegangen. Und… den Notfallplan hätten wir nicht gebraucht, das Wetter hatte sich schon am Morgen viel besser entwickelt als erwartet. Nun ja, in zwei Wochen wollen wir es erneut versuchen, nach Hellenthal vorzudringen.

Die „offizielle“ Geocching-Seite:
http://www.geocaching.com

Und noch der Link zu einer deutschsprachigen Seite, die sich mit dem Thema Geocaching beschäftigt:
http://geocaching.de

Alte Bahnstrecken

Sonntag, Juli 8th, 2007

Die etwas andere Wanderung am letzten Sonntag. Es war eigentlich eine Art Radtour geplant gewesen, Harry, mein bester Freund schon seit Kindertagen, und meine Wenigkeit. Da ich so wenig sehe, dass ich gefahrlos kein Fahrrad mehr fahren kann, hatte er die Idee, bei einem ortsansässigen Händler ein Tandem zu mieten. Eine klasse Idee. Auf den hinteren Rängen hätte ich mich auf dem Sozius-Sattel „etwas zurücknehmen können“ und die Aussicht genossen, während in Villa Vordersitz noch gestrampelt worden wäre. Aber das Schicksal meinte es nnicht so gut mit mir. Zum einen war das Wetter für eine Radtour etwas kritisch, zum anderen hatte Harry den ganzen Tag über niemanden bei dem Fahrradhändler erreichen können und somiat waren wir sowieso nicht im Besitz eines Leih-Tandems. So wurde dann aus der Radtour eine Wanderung.

Die Strecke war Teil eines für den Freizeitberecih ausgebauten Netzes alter, stillgelegter Eisenbahnstrecken im Grenzgebiet zwischen Belgien und Deutschland. In den letzten Jahren werden immer häufiger solche brachliegenden Streckenabschnitte für den Fahrrad- und Fußgängerbetrieb aufbereitet. Harry hat schon einige dieser Strecken ausfindig gemacht und ausprobiert, ähnliches gibt es auch in Spanien, wo er und seine Familie dann schon aktiv geworden sind. Wir waren an diesem Sonntag in der Nähe von St. Vith, unser Startbunkt war in Steinebrück, einem kleinen Flecken ziemlich auf der Grenze zwischen Deutschland und Belgien. Auch zu Fuß ließ sich die Route wandern, die aber vornehmlich für Fahrrad gedacht ist, In alten Karten und Dokumenten hatte Harry schon einiges Informative recherchiert, was noch die Betriebszein der Eisenbahnstrecken betraf, die zum Ende des 2. Weltkrieges zum Teil durch Sprengung unbrauchbar gemacht worden waren oder nach dem Krieg ihre wirtschaftliche Bedeutung verloren hatten.

An den meisten Stellen waren noch Spuren des Originalzustandes erkennbar, jedoch war überall der alte Gleiskörper durch Rad-Freundlichen Fahrbelag ersetzt . Unbrauchbar gewordene Brücken über Bäche waren durch neue ersetzt worden. Und da wir genau an der Grenze waren, ließ sich auch schön die unterschiedliche Vorgehensweise der Belgier und der Deutschen bei der Reanimierung des Geländes erkennen. In Belgien hatte man das Ganze etwas natürnaher und um vieles preiswerter hinbekommen als in Deutschland, wo das Projekt Unmengen an Geld verschlungen hat. Aufwendige Brücken, die nicht sein müssen, aufwendiger Teerbelag, der Rennradtauglich, aber nicht Fußgänger-freundlich ist. Da gefiel mir der sauber aufbereitete, leicht körnige, aber ebene Belag in Belgien weit besser. Einige Tunnel lagen auch auf unserem Weg, die auch Interessantes boten. Einige, die aber etwas abseits der fahrtauglichen Trasse lagen, waren bis auf wenige Öffnungen zugemauert und dienen Als Zuflucht für Fledermäuse. Schilder mit der Bitte um Ruhe sind angebracht. Andere Schilder stellen Warnschilder bei bestimmten Witterungsverhältnissen dar. Eines machte darauf aufmerksam, dass der Tunnel im Winter wegen der Gefahr herabfallender Eiszapfen geschlossen würde. Schön, wenn man vielleicht nach einer Tour von 50 km gerade an diesen Tunnel kommt und ihn nicht durchqueren kann. Also wieder zurück zum Ausgangspunkt, 50 km! 🙂 Und dann gab es noch einen interessanten Tunnel. Über 400 Meter lang, wären innen keine Neonlampen anbebracht, was ja schon einen Luxus darstellt, würde man im Inneren ohne Licht mit Sicherheit einige Male gegen die Wand laufen oder fahren. So fast geschehen einige Wochen vorher, als Harrys Familie schon einmal dort war. Sie wußten, dass der Tunnel beleuchtet ist, doch als sie dort ankamen, leuchtete nichts. Aber ein fluchender Mann auf einer Leiter und ein zweiter Mensch waren gerade dort tätig. Sie hatten die ankbare Aufgabe, sämgliche Neonröhren im Tunnel auszutauschen. Ein Blitz, der bei einem Gewitter kurz zuvor in die Stromversorgung für den Tunnel eingeschlagen hatte, hatte sämtliche Beleuchtungskörper erblinden lassen. Somit war der Tunnel sozusagen unpassierbar, bis die beiden Herren ihre Sonntags-Beschäftigung erledigt hatten. Und daher kündete ein Schild davon, was beim nächsten Blitzeinschlag passieren würde: „Tunnel gesperrt! Wegen Blitzeinschlag in Beleuchtungsanlage.“

Mysteriös

Sonntag, Juni 24th, 2007

Aus Zeitmangel war gestern noch immer die geplante Wanderung ins Wildfreigehege Hellenthal nicht möglich, wo der Condor immer noch auf mich warten muß. Dennoch aber war gestern eine Wanderung im Aachener Wald zeitmäßig drin, und meine Kollegin war einmal mehr wieder mit von der Partie.

Bei durchwachsenem Wetter, einige Male gab es kurze, plötzliche Schauer, drehten wir eine ca. 15 km lange Runde im Aachener Wald, die ich mir ausgedacht hatte. Dabei streiften wir einige im Wald verborgene, mysteriöse Orte, deren bloße Nennung einem das Blut in den Adern erstarren läßt: Zyklopensteine, Hügelgräber und der Pelzerturm. Wehe dem, der sich diesen Orten bei Nacht nähert!

Wer mehr zu diesen Stellen wissen möchte, konsultiere das Internet. Jedenfalls war es eine abwechslungsreiche, schöne Wanderung, die uns gut gefallen hat.

Aber das Mysteriöseste hätte ich ja fast vergessen, das Foto illustriert diese Stelle nahe des sogenannten Landgrabens. Diese Bäume sahen schon sehr skurril mit ihrem weiß angestrichenen unteren Stamm aus. Und so recht kann ich mir das Ganze auch nicht erklären…Weiß jemand, welchen Sinn dieses Spalier weißer Baumreihen haben könnte?

Nach’e Arbeit

Freitag, Juni 15th, 2007

Am Freitag gab es  die sogenannte „Gruppenaktivität“, ein in unregelmäßigen Abständen stattfindendes Ereignis unter Kollegen derselben Arbeitsgruppe.  Also eine geplante Freizeitaktivität  außerhalb der Arbeitszeit.  Es war eine Fahrradtour durch den Aachener Wald von ca. 20 km geplant, mit anschließebder Einkehr in einem Ausflugs-Restaurant.  Die Gruppe von über 60 Personen war hinsichtlich der Teilnahme an dieser Tour schon auf knapp über 10 Personen zusammengeschmolzen, zum Essen waren wieder eine Handvoll mehr zugegen.

 

 Auch ich nahm aus „Sicherheitsgründen“ nicht an der Tour teil, wollte die dafür veranschlagten zwei Stunden dennoch für eine Aktivität nutzen und habe mir eine kleine Wandertour in derselben Gegend ausgedacht, in der auch meine Kollegen unterwegs waren. Leider hatte ich mir das zunächst nur für mich selber überlegt und als jemand dann einfiel, dass vielleicht noch einige andere eine Wanderung  der schon von ihnen abgesagten Radtour vorziehen würden, war es dann eigentlich schon zu spät. Zumindest haben wir uns dann doch noch zu  Dritt auf den Weg gemacht.  Es wurde dann noch eine schöne Tour von ca. 10 Kilometern, die von der „Waldschenke“ (nach der Rechtschreibreform jetzt so geschrieben) im Aachener Wald bis zum „Dreiländerpunkt“ führte und  auf anderem Weg wieder zurück zur Waldschänke(!).  Nachdem es tagsüber  nach übelsten Regenfällen ausgesehen hatte, blieb es über die ganze Zeit trocken, worüber die Radfahrer ebenso froh waren wie auch wir.  Am Dreiländerpunkt gonossen wir auf halber Strecke dann auch noch die Aussicht in die Länder Deutschland, Belgien und Holland   vom  Aussichtsturm, der sich dort befindet. Nach zwei erholsamen Stunden waren wir wieder amAusgangspunkt angelangt und hatten uns genügend Appetit angelaufen.

Komp-32

Dienstag, Juni 5th, 2007

Das Wildfreigehege Hellenthal und seine Greifvogel-Vorführung sollen wohl einfach nicht sein. Nachdem die Tour am Wochenende vorher schon wegen des Wetters ausgefallen war, fiel sie diesmal wegen einer Bänderdehnung der Dauermitwanderin aus. Aber irgendwann wird das schon noch werden. Dennoch kam es vergangenen Sonntag noch zu einer größeren Tour. Mit Halina, einer weiteren ambitionierten Luftschnapperin, ging es ins belgische Hohe Venn.

 

 Die Strecke war die Tour Nr. 32 aus dem Kompass Wanderführer „Hohes Venn – Eifel“. Für diese Tour brauchte ich zunächst einmal eine Karte, die ich in meinem GPS-Empfänger verwenden konnte. Denn die Wanderskizzen aus dem Kompass-Buch sind nur bedingt zu verwenden, bis auf ein paar kurvige Schlenker ist darauf nicht viel zu erkennen. Bringt man die Schlenker jedoch in Deckung mit einer ordentlichen Wanderkarte, läßt sich die Strecke doch recht gut übertragen. Aber Arbeit war es schon, da ich die Papierkarte zunächst einscannen und dann für das GPS-Gerät einmessen mußte.

 

 Die Wanderung ist sehr empfehlenswert, die Beschreibung im Wanderführer weniger. An manchen Stellen verliert sich der Autor in verwirrenden Details, die nicht mal unbedingt den örtlichen Realitäten entsprechen, an anderen Stellen schweigt er sich über die Strecke kilometerlang aus. Das mag jetzt leicht übertrieben sein, aber es verhält sich mit diesem wie mit den meisten Wanderführern. Man braucht eine gewisse Kreativität und Phantasie, um sie richtig zu deuten. Die Essenz aus dem Geschriebenen zu ziehen, ist nicht immer einfach. Doch hier gelang es: Man brauchte sich eigentlich nur den einzigen Satz des Autors zu merken: „Wir wandern den Rundweg entlang dem Wanderzeichen ‚Grünes Rechteck'“. (sinngemäß). Richtete man sich danach, gab es eigentlich kein Vertun. Denn die Belgier hatten diesen Weg wirklich perfekt ausgeschildert, was in dem Gebiet Hohes Venn aber auch zwingend erforderlch ist, denn es ist wenig ratsam, sich im Moor, das Hohe Venn ist ja ein Hochmoor, zu verirren.

 

 Die Wanderung beginnt zwischen Eupen und Malmedy, bei Baraque Michel. Von dort aus geht es auf ener sehr abwechslungsreichen Strecke teils über weiche Waldwege, teils über feste landwirtschaftliche Wege am Vennrand entlang, teils über Holzstege mitten durchs Venn. Der Autor empfiehlt bei Nässe, Gummistiefel zu tragen, was ich nicht unterstreichen mag. Feste, hohe Schuhe reichen völlig, auch wenn man ab und an in ein Schlammloch tritt. Zum Teil geht es über ganz enge, verschlungene Wege, an Bachläufen entlang oder durch Fichtenwald, aber die Wege sind überall klar zu erkennen und das grüne Wanderzeichen zeigt einem, dass man hoffentlich richtig geht. Einer der Höhepunkte ist das Naturdenkmal „Die sechs Buchen“, eine Gruppe von bis zu 300 Jahre alten Buchen, die unvermittelt plötzlich mitten in einem Meer von Fichten auftauchen. Die einzigen Laubbäume weit und breit, und sie sehen durch ihre vermooste Rinde aus wie aus einem Zauberwald. Eine schöne, einsame Stelle, die zu einer Rast einlädt.

 

 Danach geht es dann weiter zu einer weiteren bekannten Stelle im Venn, dem „Kreuz der Verlobten“. Dieses Kreuz steht an einer Stelle, wo man vor vielen Jahren eine Braut im Brautkleid gefunden hatte. Mit ihrem Zukünftigen waren sie seinerzeit durchs Venn gewandert, um in einem (mir jetzt nicht bekannten) Ort ihre Hochzeitspapiere einzureichen und zu heiraten. Bei schlechtem Wetter, mitten im Winter, hatten sie sich verirrt. Die Braut wurde irgendwann von einem preußischen Zöllner an dieser Stelle gefunden, den Bräutigam fand man erst Jahre später einige Kilometer weiter im Venn. Auch er hatte sich noch weiter im Venn verirrt und dort den Tod gefunden. Eine traurige, wahre Geschichte, wenn auch schlecht von mir erzählt.

 

 Vom Kreuz der Verlobten ist es nun nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt der Wanderung, das letzte Stück geht es über endlose Holzstege mitten durchs „Große Venn“. Am Ende der Wanderung sollte man sich im Restaurant Baraque Michel noch etwas Gutes gönnen, entweder etwas zu essen oder ein leckeres „Leffe brun“. Anscheinend kann man dort auch irgendein besonderes Brot kaufen, jedenfalls kamen an diesem Sonntag alle paar Minuten Leute mit Broten aus dem Etablissement.
Die Wanderung war landschaftlich und streckenmäßig in jedem Fall eine Empfehlung, das GPS war an einigen Stellen eine gute Hilfe, wenn man sich trotz der guten Ausschilderung manchmal nicht ganz sicher über die weitere Richtung war. Denn auch die ansonsten gute Wanderkarte wies an einigen Stellen gewisse Abweichungen vom realen Velauf der Wege auf.