Archive for the ‘Tagebuch’ Category

Nicht weit von Brand

Montag, Juni 4th, 2007

 Am letzten Samstag war wieder einmal eine „Eigenkreation“ in Sachen Wandern fällig. Da ich vor dem Wochenende nichts geplant hatte, begnügte ich mich mit einer Hausroute, ausgehend von meiner Wohnung. Dies bedeutet dann zunächst einige Straßen über Asphalt, ehe ich im Grünen lande. Ich hatte mir diesmal noch einmal meine Wanderung Nr. 5 ausgesucht, die am ehemaligen Bundeswehr-Standortübungsplatz in Brand, mittlerweile ein Naturschutzgebiet,  beginnt, und dann durch ein Stück Indetal führt, weiter nach Eilendorf, Stolberg Atsch und Stolberg Münsterbusch führt. Vorbei an den „Katzensteinen“ endet die Tour dann wieder am Ende des Ex-Standortübungsplatzes.


Über den ehemaligen Truppenübungsplatz

Die Fotos zeigen, dass es auch im direkten Umfeld um Brand schöne, verträumte Ecken gibt. An diesem Tag tat die im Indetal grasende Schafherde ihr Übriges zu dem beschaulichen Charakter der Wanderung, aber auch ohne Schafe bieten einige schöne Stellen und mehrere Überquerungen der Inde eine abwechslungsreiche Wanderung.


Schafe im Indetal


An der Inde

P.S.: Siehe auch die Korrekturen im Kommentar von H. Diestel!

El Condor passa

Sonntag, Mai 27th, 2007

Diesmal wird mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen. Eigentlich hatte ich morgen die Tour Nr. 53 aus dem Kompass-Wannderführer machen wollen, von Schleiden nach Hellenthal. Hellenthal, ein bekanntest Wildfreigehege, das u.a. für seine Greifvogel-Vorführungen bekannt ist Doch der Wetterbericht verspricht wirklich nichts Gutes, und am letzten Wochenende hatte in Schleiden wieder ein Tornado zugeschlagen, wobei mehrere Hausdächer zu Bruch gegangen waren. So schlimm wird es wohl morgen nicht werden, aber wandern um jeden Preis muß auch nicht unbedingt sein.

Ich hatte mich schon auf die Greivögel-Schau gefreut, da ich vor einigen Monaten eine Fernsehdokumentation darüber gesehen hatte. Denn Hellenthal ist wohl „glücklicher“ Besitzer eines Condors. Ein Riesen-Vogel, der zur Attraktion der Schau werden sollte. Die Sache hatte nur einen Haken: Der Vogel wollte nicht fliegen. Das einzige, wobei er den Bodenkontakt für Sekundenbruchteile aufs Spiel sezte, war, wenn er vom Erdboden auf seinen Sitz-Pfahl hüpfte, wenn da ein gutes Stück Fleisch auf ihn wartete. Das ging so über Monate, die Betreiber wußten sich keinen Rat mehr, wie sie ihr Prachtstück zum fliegen bringen sollten. Die Ideen wurden immer verrückter: Einmal nahmen sie den Kondor mit auf die Staumauer der nahegelegenen Oleftalsperre ( Ich glaube, es war diese Talsperre) und warfen ihn kurzerhand von der Mauer hinunter. Keine Chance für ihn, vorzeitig zu landen. Und siehe da, er segelte, wie ein Greifvogel segeln kann! Und im Tal angekommen, ließ er sich oben in einem Baumwipfel nieder. Da saß er nun. Dort oben fühlte er sich wohl und ließ sich so bald nicht mehr herunterlocken. Er konnte erst Stunden später wieder eingesammelt werden. Und das war es dann. Er hatte seine Schuldigkeit getan und man wußte jetzt, dass er fliegen konnte. Das sollte ihnen doch reichen. Die Monate vergingen wieder. Da dachten sich die Hellenthaler wieder was Neues aus: Diesmal charterten sie einen Heißluftballon und fuhren mit Kondor in den Himmmel auf . Von dort oben wurde er kurzerhand  abgeworfen und mußte sich erneut beweisen, was er dann wohl auch tat.

Meines Wissens hat er mittlerweile erfolgreich in die Vogel-Schu integriertt werden können. Nun, diesen Prachtvogel hätte ich jetzt gerne einmal persönlich kennengelernt, aber das wird mir dann  morgen wohl verwehrt bleiben. Aber es kommen ja auch wieder bessere Tage.

WFE Mai 2007

Dienstag, Mai 22nd, 2007

Letzten Sonntag  hatte ich wieder einmal Gelegenheit, bei den Eilendorfer Wanderfreunden mitzugehen. An der April-Wanderung hatte ich wegen meines Spanien-Urlaubs nicht teilgenommen und die März-Wanderung war die über die glitschigen Geröll-Passagen im Hohen Venn,  deren landschaftliche Schönheit durch den schlecht gewählten Zeipunkt etwas getrübt wurde. In diesem Monat nun herrschten natürlich bessere Wetterverhältnisse und so wurde es eine entspannte Wanderung. Die Strecke verlief im Süden von Euskirchen, hauptsächlich durch ein Waldgebiet, es waren aber auch einige „Freilandstrecken“, u.a. über einen Golfplatz, enthalten. Eine kurze Beschreibung des Streckenverlaufs läßt sich in dem Wanderplan 2007 der Eilendorfer Wanderfreunde finden. Die Wanderung führte uns an einigen Burgen sowie Fragmenten der römischen Wasserleitung von Nettersheim bis Köln vorbei. Mit dieser hatte ich ja schon zwei Tage zuvor Bekanntschaft schließen können, als ich durch Nettersheim kam. Weitere Sehenswürdigkeit für mich war ein Kaugummi-Automat in Kirchheim. Auf meinen Exkursionen bin ich immer auf der Jagd nach dieser aussterbenden Spezies, und in ländlichen Bebieten finde ich immer mal wieder an einer alten Hauswand solch ein Stück. Den Abschluß der Wanderung  bildete das obligatorische Kaffeetrinken, diesmal an der Steinbacher Talsperre.  Das Lokal, den Namen weiß ich nicht, hatte einen gemütlichen Biergarten.

Komp-56

Montag, Mai 21st, 2007

 Urft, Steinfeld und so weiter
Das Wetter entwickelte sich prächtig. Nachdem wir bei bewölktem Himmel ehr mit Regen rechnen durften, riß am Freitag Nachmittag der Himmel auf und die Sonne schien. Der bis dahin getragene Pullover wurde jetzt eher lästig. So war die Wanderung vom Wetter her schon ein Erfolg.

Doch auch die Strecke war sehr schön. Wir starteten am Bahnhof in Urft und hatten zunächst eine größere Steigung bis Steinfeld vor uns. Allerdings war diese Steigung nicht so schlimm, wie die Beschreibung im Kompass-Wanderführer glauben machen wollte. Auf diesem ersten Teilstück sah mal allerdings schon Spuren des sturms, der auch in diesen Wäldern eine Woche zuvor gewütet haben mußte. In Steinfeld angekommen, war der Besuch in der Kloster-Basilika natürlich Pflicht. Steinfeld ist eigentlich auch nicht viel mehr als das Kloster Steinfeld, in dem auch eine Internats-Schule untergebracht ist. Die Basilika glänzt mit viel barockem, vergoldetem Zierat und einer prächtigen, vor nicht allzulanger Zeit restaurierten Pfeifenorgel. Wer mehr über Steinfeld wissen möchte, sollte das Internet befragen. Bald war auch die Pension gefunden, in der ich in meiner Kindheit mit meinen Tanten gastiert hatte.Sogar das Zimmer, in dem ich damals geschlafen habe, stach mir wieder ins Auge. Dann hörte es aber auch bald schon auf mit meinen Erinnerungen. Nur die unmittelbare Umgebung um Kloster und Pension waren mir noch im Gedächtnis geblieben, 200 Meter weiter entfernt war es mit den Erinnerungen zu Ende.


Die Predigt-Kanzel im Kloster Steinfeld

Im angrenzenden Wald versperrten uns noch einige Male umgestürzte Bäume den Weg, doch unser Scout, nennen wir ihn einmal Mister M., fand jedes Mal einen sicheren Weg, um diese Hindernisse zu umgehen. Danke, Mister M.! Weiter ging es talwärts bis auf die Höhe des Baches Urft, teils durch Wald, teils durch Wiesen. Danach folge wieder ein kleinerer Aufstieg in den ganz schönen Ort Marmagen. Das letzte Stück bis Marmagen hoch ging über Landstraße, allerdings sicher auf einem Bürgersteig. In Marmagen fanden wir dann eine ruhige Stellefür unsere Mittagspause, in der wir uns neben dem im Rucksack mitgebrachten Essen noch ein schönes Stück Hefe-Kirschstreusel schmecken ließen, das Kathi in einer Marmagener Bäckerei gekauft hatte. Die Bäckerin, die uns fragte, wie weit wir denn noch gehen wollten bzw. gehen müßten, gestand, dass sie, obwohl schon viele Jahre dort wohnend, erst ein Jahr zuvor mitbekommen habe, was es für schöne Fußwege in der Gegend gebe. Zuvor hatte sie ihre Gegend anscheinend nur mit dem Auto kennengelernt.


Durch die Wiesen im Urfttal

Von Marmagen aus ging es dann weiter nach Nettersheim. Sehenswert auf halber Strecke zwischen den beiden Orten war eine alte römische Tempelanlage, von der die Grundmauern restauriert worden waren. Wenn ich es richtig im Kopf habe, wurden dort als Göttinnen die Matronen verehrt, ich müßte jetzt nachgucken, um sicher zu sein. Auch in Nettersheim kann man Spuren der Römer finden, denn etwa hier begann eine römische Wasserleitung, die das gute Wasser mehrer Eifelbäche von hier bis Köln transportiert hatte. Viel war an dieser Stelle von der Wasserleitung nicht mehr zu sehen, nur ein kurzes Fragment von etwa zwei Metern ist vor einem naturkundlichen Museum aufgebaut. Zwar haben wir jetzt nicht so sehr viel von der Wasserleitung gesehen, aber es gibt noch viele weitere Reststücke der Römerleitung auf dem sogenannten Römerkanal-Wanderweg zu finden. Für uns ging es dann von Nettersheim wieder zurück Richtung Urft, unserem Ausgangsort. Vor der Heimfahrt liessen wir uns hier noch ein Bier schmecken, und das perlte so richtig.


Dieser Ausweichempfehlung von Max (Mister M.) wollten wir dann doch nicht fogen

Alles in allem ene sehr schöne, nicht allzu anstrengend Wanderung, wenn einem 18 Kilometer nicht zuviel sind.

Ich war Kind….

Dienstag, Mai 15th, 2007

…da wurde ich ab und an von meinen Großtanten in den Ferien in ihren Urlaub mitgenommen. Einer dieser Orte war Steinfeld, in dem es ein bekanntes Kloster mit einer ebenso bekannten Orgel gibt. In dem Ort gastierten wir im „Margaretenhof“ der von Birgels.
Und am kommenden Freitag, den ich mir frei genommen habe, will ich Erinnerungen noch einmal wach werden lassen und werde Steinfeld sowie den Orten Urft, Marmagen und Nettersheim nach vielen Jahren noch einmal einen Besuch in Form einer 18 Kilometer langen Wanderung abstatten. Ich bin mal gespannt, was ich dort noch wiedererkenne.
Und ich hoffe, dass das Wetter ein wenig mitspielt. Die Wanderung ist die Nr. 56 aus dem Kompass-Wanderführer „Hohes Venn – Eifel“.

Die GPS-Daten für diese Wanderung sind in den Download-Bereich der Wanderungen  aufgenommen.

Der Streckenverlauf in einer Google Earth-Karte.

Von Stolberg nach zuhaus‘

Mittwoch, Mai 2nd, 2007

Um den Sonntag und dessen Wetter nicht ungenutzt verstreichen zu lassen, habe ich mich zu einer weiteren Wanderung aufgerafft. Mit taten zwar die Füsse von der Wanderung des Vortages weh, aber ich dachte, dass sich das schon beim gehen verlieren würde. Es war aber nicht so, und am Abend wußte ich, weshalb. Einlegesohlen in den Wanderschuhen hatten sich etwas nach hinten verschoben, wodurch die Zehen über die etwas harte Vorderkante der Sohlen überstanden. Zunächst einmal bemerkt man das beim gehen nicht, aber wenn man viele Kilometer so hinter sich bringt, geht das doch auf die Zehen. Es hatten sich Ansätze von Blasen gebildet. Aber jetzt zur Wanderung.

 

Diesmal war es eine Wanderung aus dem Stegreif ohne große Vorbereitung. Ich bin mit dem Bus in die Altstadt von Stolberg gefahren und bin von der Stolberger Burg bis zu mir nach hause gegangen. Eine Strecke von ca. 12,5 Kilometern. Die Strecke Brand-Stolberg bin ich schon einige Male gegangen, aber sie fällt jedesmal anders aus. An bestimmten Eckpunkten bin ich mir immer unsicher, wo es weiter geht. Es ist allerdings auch unnötig, GPS deshalb zu bemühen, da alle Wege nach Brand bzw. nach Stolberg führen. Der erste Teil der Strecke von der Burg aus Stolberg hinaus durch den Wald war sehr schön, ich war ihn so bislang nicht gegangen. Ich erreichte dann mein Zwischenziel, einen stillgelegten Steinbruch, ohne Probleme. Dort war ich schon einmal auf einer Wanderung mit den „Wanderfreunden Eilendorf“ gewesen, und wegen Fotomotiven wollte ich gerne noch einmal dorthin. Nachdem ich dort ausgiebig fotografiert hatte, die Anzahl an Motiven hielt sich aber in Grenzen, machte ich mich auf den zweiten Teil meiner Strecke.

 

Hinter dem Steinbruch kam zunächst einer der von mir gefürchteten Stellen, an denen ich nicht 100 prozentig weiß, wo ich gerade bin. Diesmal haben sich aber Teilbilder zum Gesamtbild zusammengefügt, wie welche Straße an dieser Position der Wanderung miteinander im Zusammenhang stehen. Nachdem dieses Problem jetzt hoffentlich für die Ewigkeit gelöst war, kam der unangenehmere Teil der Wanderung, da größere Passagen über Asphalt dabei waren. Auch in Krauthausen, wo ich dann normalerweise wieder auf Feldwege komme, war diese Eintrittsstelle wegen Kanalarbeiten gesperrt. Ich mußte nun von Krauthausen bis bei mir zuhause über Teer gehen, was die Fußmüdigkeit am Ende leider zusätzlich verstärkte.Das Plus dieser Wanderung: Burg Stolberg und der erste Teil des Weges bis zum Steinbruch, und dass einiges an Fotos im Verlauf der Wanderung zusammen gekommen sind. Das Minus war, dass die Hälfte der Strecke über Asphalt ging. 

 

 

Herrlich, herrlich, he…

Dienstag, Mai 1st, 2007

…rrlich
so war am Samstag unsere Wanderung von Rhöndorf am Drachenfels zur Löwenburg. Der Himmel an diesem Tag war wie gemalt, allerdings ziemlich monochrom. Das reine, ungetrübte Blau. Unsere Zugfahrt bis Rhöndorf über Köln dauerte, zumindest für mich, etwa zwei Stunden. Nicht ganz so ungetrübt wie das Blau, denn bis Köln hatte sich eine Firmenbelegschaft auf Betriebsausflug in den Zug verirrt. Die lärmten und lachten, um gleich mehrere Abteile mit dem Schall zu versorgen. Es kommt mir vor, als müsse man bei manchen Menschen nur einen Schalter umlegen, dann mutieren sie von Menschen zu Wahnsinnigen. In Köln hatten sie ihr Werk vollbracht und wechselten in einen anderen Zug als wir. Wir kamen dann in Rhöndorf am Fuße des Drachenfels an.

Die Strecke führte uns zunächst durch den Ort mit teils denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und vorbei an einer kleinen Kapelle, in der wir einen kleinen, blumig verzierten Altar und eine kleine Orgel im hinteren Innenraum erkennen konnten. Weiter ging es am Ende des Ortes bergauf, vorbei an einem im Wald gelegenen Friedhof, auf dem der erste deutsche Bundeskanzler, Konrad Adenauer, begraben liegt. An einer Weggabelung, an die wir auf dem Rückweg auf der anderen „Zinke“ wieder zurückkommen sollten, bogen wir nach links ab. Ein kleiner Bach, der uns bis hier an der Seite des Weges begleitet hatte, war nun verschwunden. Der gut ausgebaute Weg ging weiter bergauf in einen offenen, von viel Sonne durchfluteten Laubwald. Die Temperaturen hielten sich noch ganz gut in Grenzen, wir schwitzten trotz des recht steilen Beginns der Wanderung nicht allzu sehr. Eine Pause machten wir nur, um an einem der schönen Ausblicke durch den Wald ein Foto, etwa vom hinter uns liegenden Drachenfels zu machen. Ansonsten gingen wir so lange weiter und machten erst dann eine Ess- und Trinkpause, als wir fast an der höchsten Stelle der Steigung an einer schönen Bank angekommen waren, wobei wir allerdings nicht wußten, wie weit es denn nun noch bis zur höchsten Stelle war.

So sehr weit ging es nach dieser Pause aber nicht mehr, dann lachte uns schon der Löwenburger Hof an, ein Ausflugslokal, das am Fuße der bisher noch nicht zu sehenden Löwenburg liegt. Hier muß sich der Wanderer nun entscheiden: Besucht er vor dem Aufstieg zur Löwenburg das Lokal, um sich gestärkt auf den Weg zu begeben, zusätzlich aber das Gewicht von Essen und Trinken mit hoch nehmend? Oder schleppt er sich zuerst den Weg zur Burg hoch, um nach dem Abstieg eine wohlverdiente Pause auf der Terrasse des Löwenburger Hofs mit schönem Ausblick in die Landschaft zu machen? Wir jedenfalls haben uns gleich auf einen der schattigen Plätze gesetzt, eine Kleinigkeit bestellt und es uns gut gehen lassen. Wir wußten ja noch nicht um das, was noch vor uns lag.

Es ging dann nämlich steil über einen breiten Weg hoch zur Burg, immer in Windungen, damit man nicht sah, wie hoch man noch aufsteigen mußte , um die immer noch unsichtbare Burg zu erreichen. Vielleicht sah man sie aber auch nur nicht, weil es da nicht so sehr viel zu sehen gibt. Von den Mauern der Burg ist leider einiges zerstört . Der Weg dorthin lohnt sich aber allemal, da man einen grandiosen Ausblick von dort oben genießen kann. Immerhin liegt die Burg auf etwa 450 Metern Höhe, 100 Meter höher als der Drachenfels, dem man von dort oben unter sich sehen kann. Wir blieben eine Weile dort oben und machten Fotos, obwohl es leider etwas zu diesig für Fotos war. Die Burg war gut besucht, neben uns waren noch so einige Leute dort oben, unter anderem hatten zwei Väter bewundernswerterweise ihre kleinen Kinder in einem Bollerwagen den Berg hochgezogen. Alle Achtung, sie müssen ihre Kinder wahrlich lieben!

Nach dem Abstieg über die Zugangswege blieben wir auf dem zweiten Teil unserer Wanderung noch eine Weile auf für meinen Geschmack zu breiten und zu festen Wegen. Für Sonntags-Spaziergänger, die zur Löwenburg wollen, sind diese natürlich gerade richtig. Wir aber kamen endlich auf weichere, schmalere Waldwege, befanden uns auf einer Passage, die zum Rheinsteig gehört. Seitlich der Pfade ging es teilweise steil in Täler hinunter, der Weg war aber breit genug und ungefährlich. Ab der Löwenburg ging es nun fast nur noch bergab, wir mußten ja wieder auf die Höhe des Rheins hinunter. Nach dem leichten Rückweg kamen wir wider zu dem Friedhof, den wir auf dem Hinweg schon gesehen hatten und machten uns dort auf die Suche nach dem Grab von Adenauer. Das Grab war nicht zu verfehlen, denn eine Gruppe Holländer hatte sich auf ihm niedergelassen, was es unmißverständlich als das Grab eines deutschen Bundeskanzlers erkennen ließ. Dieselbe Gruppe begegenete uns kurz später noch einmal auf ihren Fietsen, als sie vom Besuch des Adenauer-Hauses in Rhöndorf zurückkehrten. Wir hatten das Haus auch gesucht, aber nicht gefunden. Hätten wir mal auf die Holländer gewrartet, die hätten uns den Weg schon gewiesen.

Bevor wir dann wieder in den Zug stiegen, haben wir uns noch eine halbe Stunde an den Rhein gesetzt und die warme Sonne genossen. Die Rückfahrt im Zug verlief dann fast ohne Komplikationen. Fast. Ich hätte es wissen müssen, man soll sich eben nicht überfordern. Als ich im Zug den letzten Zug aus meiner Wasserflasche nehmen wollte, geschah, was geschehen mußte: Ein Hustenanfall! Der Körper wehrte sich, weil er so viel Flüssigkeit nicht mehr gwohnt ist. Ich hatte sage und schreibe 0,8 Liter getrunken, was zu einem Hustenanfall bei diesem letzten Schluck führte. Ich hatte Grenzen überschritten, die ich nicht hätte überschreiten sollen. Wer weiß, wie es meiner armen Kollegin noch ergangen ist, die ihrem geschundenen Körper über 2 Liter zugemutet hat! Nun ja, man macht Fehler nur einmal. Einen Tag später, ich hatte das gröbste überstanden, nahm ich auf die nächste Wanderung nur meine 0,3 Liter Flasche mit, die ich am Ende zur Hälfte geleert habe….

Es war wieder eine tolle Wanderung, wobei das Wetter natürlich auch gut mitgespielt hatte, und ich glaube, ich werde mir doch noch einen Wanderführer für das Siebengebirge kaufen, vermutlich diesen hier. Die nächste Tour wird aber erst einmal in eine andere Gegend gehen.

Die Löwenburg

Freitag, April 27th, 2007

Und wieder ist der Startpunkt einer Wanderung „der Vater Rhein“ südlich von Königswinter.  Vom Bahnhof Rhöndorf aus geht es durch den Wald zur Löwenburg, und dann gleich in der Nähe in den Löwenburger Hof zum rasten, da das in etwa auf der Hälfte der Rundwanderung liegt.  Ich hoffe, das Wetter spielt insofern mit, dass es auf der Strecke nicht zu heiß wird,  laut Wetterbericht sollen es 28-29 Grad geben.  Zum Glück geht es hauptsächlich durch den Wald, was auf ein wenig Kühle hoffen läßt. Ich denke, ich werde morgen mal ein paar ccm mehr zu trinken mitnehmen, als das sonst der Fall ist.  Ansonsten reichen mir auf meinen Wanderungen immer 0,3  Litter völlig aus, auch wenn ich weiß, dass das nicht so gut ist, so wenig zu trinken.  Ich verfahre aber mit mir wie mit meinen Pflanzen, die ich mit spärlichem Gießen zur Sparsamkeit  erziehe. Das kann sie (wie auch mich) nur widerstandsfähiger machen, wenn sie mit wenig Flüssigkeit auskommen müssen. Nun ja, so manche Pflanze hat mich so schon verlassen müssen.

Wieder mit auf dem Höhenunterschied von ca. 450 Metern  wird wieder meine Kollegin sein,  die meinen  erzieherischen Trinkgewohnheiten eher skeptisch gegenübersteht und sich sicher wieder mit einer vollen 1,5 L Wasserflasche auf den Weg machen wird.  Sie wird schon sehen, was sie davon hat!

Neben etwas Wasser mit Holunderblütensirup wird auch zum jetzt dritten Mal mein Teleskop-Wanderstock sein.  Bei der Wanderung der letzten Woche hat er mir sowohl abwärts wie aufwärts gute Dienste geleistet, wenn er auch nicht unbedingt nötig ist.  Aber bei starkem Gefälle und starker Steigung ist er doch recht nützlich.  Mich stört nur, dass ich ihn die ganze Wanderung mitschleppen muß, auch wenn ich ihn nur über eine kurze Strecke benötige.  Ihn zu haben stört zum Beispiel beim fotografieren doch sehr.  Und um ihn bei Nichtgebrauch in den Rucksack zu stecken, ist er fast schon wieder ein wenig zu groß.

Jedenfalls freue ich mich schon auf morgen…

Am Siebengebirge

Montag, April 23rd, 2007

Und dann mal wieder eine Wanderung  bei  strahlendem Sonnenschein. Nachdem ich mich in Spanien zwei Wochen der Sonne erfolgreich entzogen  hatte,  mußte mal wieder eine Gutwetter-Wanderung her. Entfernungsmäßig hatten wir uns diesmal  weit aus unserem Revier gewagt. Mich zog es  an den Rhein, immer schon einmal hatte ich im  Siebengebirge und dieser Gegend wandern gehen wollen. Leider hatte ich selber keine passende Rouute an der Hand,  aber zufällig war  die letzte Strecke von „Wandersmann“ auf http://wander.blog.de eine Strecke, die genau meinen Vorstellungen entsprach.  Glücklicherweise  hatte auch meine Kollegin Nicole  recht kurzfristig trotz der zweistündigen Bahnfahrt zum Startpunkt  der Wanderung in Unkel Lust dazu,  mitzukommen. Wir hatten keinen Wanderführer mit der kompletten Wegbeschreibung,  nur  einen Screenshot einer Karte mit dem Wegverlauf und die Wanderbeschreibung von Wandersmann.  Die Wanderskizze konnte ich allerdings gut  für meinen GPS-Empänger umarbeiten. Das reichte, um diese schöne Wanderung nachgehen zu können. Der  Einstieg zur Wanderung vom Bahnhof Unkel war schnell gefunden, es ging zunächst zwischen schönen Fachwerkhäusern hindurch, dann verließen wir Unkel, der Weg führte steil bergauf und verlangte uns gleich einigen Schweiß ab. Auf der gesamten Strecke begegneten wir so einigen Wanderern,  was wohl daran lag, dass wir uns über eine längere Sttrecke auf dem „Rheinsteig „,  einer der aktuellen In-Wanderwege befanden.

Eine nähere Beschreibung der  Strecke kann ich mir sparen,  dafür konsultiert man lieber hier die Beschreibung von Wandersmann.  Es war in jedem Fall eine sehr empfehlenswerte Wanderung, vom landschaftlichen her genauso wie vom Wetter her.  Der Rückweg der Wanderung führte  direkt am Rhein entlang  bis Unkel, leider über einen asphaltierten Rad-/Fußweg.  Beim Fotografieren  einer  uns unbekannten Burg oberhalb des Rheinufers klärte uns eine  „Das goldene Blatt“-informierte Rollstuhlfahrerin darüber auf, dass diese Burg dem Thomas Gottschalk gehören würde.  Gut, dass ich das jetzt weiß.  Davon abgesehen  war es aber eine sehr schöne Wanderung, und ich denke, dass  das nicht meine letzte Wanderung an Rhein oder Mosel gewesen sein wird.  Aber erstmal wird es bei der nächsten Wanderung ins Wildfreigehege Hellenthal bei Schleiden gehen. 

 

In Spanien

Montag, April 23rd, 2007

die folgende Wanderung ist zwar schon über eine Woche her, sollte aber dennoch nicht unerwähnt bleiben.  Es war die einzige größere Wanderung, die ich in meinem vergangenen Urlaub an der Costa Blanca gemacht habe.  Es war wieder einmal einer dieser trüben, wolkenverhangenen Tage, von denen wir  über zwei Wochen hinweg verwöhnt wurden, während in Deutschland das schönste Sonnenwetter war.  Ein Tag wie geschaffen für eine Wanderung.  Harry hatte eine schöne Route mit Schwierigkeitsgrad „Mittel“ aus dem Rother Wanderführer Costa Blanca herausgesucht, und so machten wir uns mit dem Auto von Moraira auf ins Gebirge „Valle de Laguart“.  Bei Nieselregen ging es schon los,  zumindest Harry hatte eine Regenhose mit, die seiner um einiges kleineren Frau.  Dementsprechend eng saß das Teil auch, von hinten hatte er etwas von dem Zwerg in „Wenn die Gondeln Trauer tragen“.

Die Landschaft um uns herum wirkte bei dem diesigen Wetter schon recht eindrucksvoll, wir kamen kurz nach dem Start schon an einen Abstieg, der ziemlich tief in ein Flußtal hinunterführte. Dieser Abstieg war kein ganz normaler Fußweg, sondern es ging über den mozarabischen Weg, uralte Steinstufen, hinab. Es war insofern etwas beschwerlich, da die Stufen nicht in einer gesunden Schrittlänge hinunter führten. Für einen Schritt war es zu lang, für zwei normale Schritte zu kurz. Und es ging weit über die Stufen ins Tal. Wir passierten einen Wasserfall, der über viele Meter ins Tal stürzte. Harry, Monika und Simon, mit denen ich nach Spanien gereist war und die schon einmal an dieser Stelle gewesen waren, bemerkten,  dass der Wasserfall viel mehr Wasser als beim letzten Besuch führte. Die starken Regenfälle der Vorwochen hatten die Wasserfälle stark anschwellen lassen.  Meine Kamera hatte ich sehr bald weggepackt, da sie bei dem Nieselregen doch zu naß wurde. Das Fotografieren hätte sich ansonsten aber gelohnt.  Zum Glück haben Monika und Harry einige Fotos mehr gemacht.  Die Strecke war eigentlich sehr schön, nicht jedoch bei diesem Wetter.  Und nach dem Abstieg folgte natürlich  wieder der Aufstieg.

Und der war weniger spaßig. Nicht mehr über sichere Stufen, sondern über glitschig-nasse, zwei Fuß breite Pfade, die sich in Serpentinen auf der gegenüberliegenden Seite des Tals nicht gerade vertrauenserweckend den Berg hochwanden. Ein falscher Tritt,  und man wäre böse  einige Meter tiefer in den Abgrund gerutscht.  Dies war offensichtlich auch schon einmal einem Wanderer so passiert,  man konnte die Stelle gut erkennen, wo auch der schmale Pfad  in die Tiefe weggebrochen war.  Mir war jedenfalls die ganze Strecke über nicht gerade sehr wohl zumute, ich war froh, mir einige Tage zuvor einen Wanderstock gekauft zu haben,  der mir zumindest ein wenig Sicherheit gab.  Vom Weg sehen  tat ich recht wenig, zum einen, weil es um mein Augenlicht nicht zum Besten bestellt ist, zum anderen, weil wegen des Regens die Brille permanent beschlagen waqr.  Es war ein ziemlicher Blindflug, auf dem ich dankbar darüber war, dass die vor oder hinter mir gehende Monika  mir immer anzeigte, wenn gerade wieder eine gefährliche Stelle vor mir lag.

edenfalls waren wir alle Vier froh, als wir nach 4 1/2 Stunden wieder am Auto ankamen. Wenn auch wie begossene Pudel. Wir waren alle sowas von durchnäßt.  Jeder Fetzen Stoff, den wir am Körper runterhängen hatten,  triefte vor Nässe. Das Auto wurde zum Feuchtbiotop. Außerdem fuhren wir durch eine geschlossene Wolkendecke abwärts zurück ins Flachland. Diese Nebelfahrt ließ die Stimmung nicht unbedingt besser werden. Zuhause dann warfen wir die in Spanien recht spartanisch gehaltenen „Heiz-Generatoren“ an,  die uns dann minutenlang ein wenig Wärme spendeten,  ehe die Sicherungen des maroden Stromnetzes wieder rausflogen. Ein Umstand, an den wir uns längst gewöhnt hatten. 

Das war unsere Spanien-Wanderung, die uns noch einige Tage insofern begleitete, dass wir unsere nicht trocknen wollende Wäsche auf drei Wäscheständern innerhalb der Wohnung betrachten durften. Aber ansonsten, eine schöne Wanderung. Schwierigkeitsgrad „Mittel“. Wie mochten die schwierigen Wanderungen wohl aussehen?